Wer glaubt, ein Buch bestehe aus den nach ihm benannten Staben oder gar aus Seiten, der irrt sich. Man stabt oder seitet schließlich nicht in einem Buch, nein: Man blättert darin, ein Buch besteht so gesehen aus Blättern. Und das ist ganz und gar nicht metaphorisch, denn Papier, man kennt es, wird tatsächlich aus pflanzlichen Fasern fabriziert. Früher war das mal Holz, genau, aber das wird ja nicht mehr ganz so gern gesehen. Weshalb Papier nun auch aus bereits einmal oder gar mehrfach gebrauchtem und das bedeutet wohl: beschriebenem Papier gewonnen wird. Der postmoderne Denker weiß da längst, der Leser ahnt es ebenfalls: Das hat literarische Folgen! Und tatsächlich: Seitdem die Welt dem Recycling frönt, haben nicht nur literarische Selbstreflexivität und die sogenannte Intertextualität zugenommen, sondern nun muss die Pflanze, von der wohl immer weniger drinsteckt in so einem Buch, eben vorne drauf, auf das Cover.
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Cover-Poesie: Blühender Zellstoff
Januar 4th, 2010 § 0