Tage wie dieser: 10. Juni 2010, 0-24 Uhr
Bis halb drei Uhr nachts an einer Besprechung des Films „Die Unwertigen“ gesessen, die bislang nur halb fertig geworden ist, für die ich aber immerhin schon den richtigen Ansatz gefunden habe.
Bis halb sechs Uhr wach gelegen wegen des Espressos, den ich gegen Mitternacht getrunken hatte und der zwar der Rezension auf die Sprünge half, mich in der Folge aber den Schlaf kostete. Weckerklingeln seit acht Uhr. Um elf im Büro gewesen, sehr zerfahren und mulmig im Bauch; zu heiß war es ohnehin.
Mittags einen Auftrag für einen Artikel über David Grossmann – er bekommt in diesem Jahr den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (schon wieder eine spannende Entscheidung dieser Jury!) – aus Zeitmangel leider nicht angenommen. Warme Cola getrunken, um wenigstens nicht dauernd gähnen zu müssen. Hat ein wenig geholfen.
Am Nachmittag ein Gespräch geführt, das für meine Schlaflosigkeit vielleicht auch ein bisschen mitverantwortlich war. Da war mir dann bald nicht mehr mulmig, sondern – ja, dafür fehlt mir jetzt irgendwie das richtige Wort.
Zuhause mehrere Stunden sinnlos auf irgendwelche Dinge auf dem Bildschirm des PCs gestarrt. Mit einem Glas Rotwein in der Hand. Nun nur noch ein Porträt der Münchner Literaturszene schreiben oder wenigstens andenken, dann schlafen.
Ein Tag wie dieser wäre mir vor zehn Jahren vermutlich gar nicht aufgefallen. Heute tut er das. Auch wenn ich noch nicht ganz genau weiß, woran das liegt. Fühlt sich jedenfalls gut an.


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