Thesen-Blabla

Mai 13th, 2011 § 3 comments

5 Thesen zur Zukunft des Journalismus
1. Auch in der Zukunft werden es Journalisten immer noch für wahnsinnig wichtig halten, banale Thesen über die Zukunft der Medien (id est ihre eigene Zukunft) von sich zu geben.
2. Auch in der Zukunft werden diese Thesen allererst dazu dienen, dessen Autor als irgendwie wichtig und irgendwie innovativ erscheinen zu lassen.
3. Auch in der Zukunft werden Thesen über die Zukunft des Journalismus nur den Mainstream in Häppchenform nachplappern, indem sie das Offensichtliche konstatieren und damit die Berufsbezeichnung „Journalist“ ad absurdum führen.
4. Auch in der Zukunft wird das Thesenaufstellen des Journalisten nur nachweisen, dass er weder eine Ahnung hat, was eine These ist, noch warum ihm plötzlich die Gesellschaft abhanden gekommen ist, die ihm doch eigentlich als Rechtfertigung seiner Arbeit galt.
5. Es ändert sich also gar nicht so viel, wie die Journalisten einem glauben machen wollen.

Außer eben:
1. Journalisten werden noch weniger verdienen und folglich schlechter, selbstausbeuterischer oder einfach in anderen Berufen arbeiten als bisher.
2. Mindestens die Online-Redakteure werden von Logarithmen Algorithmen ersetzt werden.
3. Öffentlichkeit wird weiter kommerzialisiert und privatisiert werden.
4. Die Aufgabe, den Menschen glauben zu machen, die Welt sei so oder so, wird von Facebook et. al. übernommen werden.
5. Journalisten werden irgendwann vermisst werden. Oder auch nicht.

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§ 3 Responses to Thesen-Blabla"

  • Martin Lederer sagt:

    Hier gäbe es viel zu sagen, aber das würde mit einer Kulturjournalistin leider die Falsche treffen.
    Aber, meinst Du wirklich „Logrithmen“ oder nicht doch lieber „Algorithmen“?

  • Udo Seiwert-Fauti sagt:

    Ich habe mich als ganz freier Journalist und Korrespondent schon vor langer Zeit entschlossen den mainstream nicht mehr mitzumachen, Wert auf meinen „Namen“ zu legen und nur das abzuliefern, was ich als abliefernswert halte – auch gegen Redaktionswiderstände – , ich habe eine Radioinitiative initiiert, um meine Vorstellungen publik zu machen und habe mich entschlossen , mein Wissen jetzt an einer Hochschule weiterzugeben. Es liegt an einem persönlich, wie man Journalismus betreibt . Wer Standing zeigt, kann durchaus überleben, weil andere das einfach akzeptieren müssen. Deswegen …viele dieser Thesen sind mir einfach zu pessimistisch und „blame others“ , verweisen auf andere. Bei jedem selbst beginnt der Journalismus.

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