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	<title>katrin schuster &#187; Literatur</title>
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		<title>Nach Prag und zurück II</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Jul 2010 15:15:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im ersten Kapitel dieses Reiseberichts kam ich gerade einmal bis Prag. Was ich trotzdem noch nicht erzählt habe: Es war nicht das erste Mal, dass ich nach Prag kam; schon einmal, es muss die Klassenfahrt in der Neunten gewesen sein, war ich dort. Irgendwann im Laufe des Schuljahrs 1990/91 also. Und bis zu dem erneuten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" title="Das erste Foto in Prag" src="http://blog.literaturportal-bayern.de/wp-content/uploads/2010/07/prag-1.jpg" alt="" width="298" height="397" />Im <a href="http://blog.literaturportal-bayern.de/2010/07/01/nach-prag-und-zuruck/" target="_blank">ersten Kapitel dieses Reiseberichts</a> kam ich gerade einmal bis Prag. Was ich trotzdem noch nicht erzählt habe: Es war nicht das erste Mal, dass ich nach Prag kam; schon einmal, es muss die Klassenfahrt in der Neunten gewesen sein, war ich dort. Irgendwann im Laufe des Schuljahrs 1990/91 also. Und bis zu dem erneuten Mal in diesem Frühsommer 2010 dachte ich, dass ich mich an dieses erste Mal leider gar nicht erinnern könnte. Einzig und allein die Disco (am Wenzelsplatz?), in der wir einen Abend (oder mehrere?) verbrachten, hatte ich immer mal wieder vor Augen, und das hat wohl vor allem damit zu tun, dass damals dort einer meiner Klassenkameraden zu mir meinte, dass ich ja ganz gut tanzen könne. Was für ein Mädchen im Alter von 15 Jahren ein ziemlich bedeutsames Kompliment ist – weshalb diese Disco in meinem Kopf offenbar zum regelrechten Erinnerungsort avancierte.</p>
<p><a href="http://blog.literaturportal-bayern.de/2010/07/08/nach-prag-und-zuruck-ii/">Weiterlesen im Literaturblog Bayern &#8230;</a></p>
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		<title>Was gelernt</title>
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		<pubDate>Wed, 26 May 2010 22:43:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zur Vorbereitung auf diesen Blogeintrag wollte ich den heutigen Nachmittag noch einmal kurz nachbereiten. Wie gesagt: kurz. Hat natürlich nicht geklappt, weshalb es jetzt doch wieder später geworden ist. Für diejenigen, die sich schon gewundert haben, warum hier heute bislang noch nichts Neues zu lesen war, obwohl wir doch tägliche Aktualisierung geschworen haben, also die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zur Vorbereitung auf diesen Blogeintrag wollte ich den heutigen Nachmittag noch einmal kurz nachbereiten. Wie gesagt: kurz. Hat natürlich nicht geklappt, weshalb es jetzt doch wieder später geworden ist. Für diejenigen, die sich schon gewundert haben, warum hier heute bislang noch nichts Neues zu lesen war, obwohl wir doch tägliche Aktualisierung geschworen haben, also die Erklärung unseres Schweigens: Als Mitarbeiter der Bayerischen Staatsbibliothek sollte man natürlich wissen, was in diesem Haus so alles vor sich geht – womit natürlich keine Liebel- oder Streitereien gemeint sind –, und damit haben wir heute begonnen.</p>
<p>Auf dem Plan standen mehrere Einführungen in die verschiedenen Projekte des Münchner Digitalisierungszentrums. Zugegeben: Mir schwirrt immer noch ein wenig der Kopf davon, vor allem, weil die BSB ja eine nicht zu leugnende Vorliebe für Akronyme hat.</p>
<p><a href="http://blog.literaturportal-bayern.de/2010/05/26/was-gelernt/" target="_blank">Weiterlesen auf dem Literaturblog Bayern &#8230;</a></p>
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		<title>Hegemann-Kiste</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Feb 2010 23:22:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Hegemann-Kiste wirft für mich hier mal wieder die Frage auf: Sagst du da jetzt auch noch was zu oder nicht? Ich habe das Buch nicht gelesen, insofern kann ich leider nicht beurteilen, ob der Hype gerechtfertigt ist oder nicht. Klar ist dagegen: Eigentlich sollten Journalisten eher ungern an solchen Hypes teilnehmen – was sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Hegemann-Kiste wirft für mich hier mal wieder die Frage auf: Sagst du da jetzt auch noch was zu oder nicht? Ich habe das Buch nicht gelesen, insofern kann ich leider nicht beurteilen, ob der Hype gerechtfertigt ist oder nicht. Klar ist dagegen: Eigentlich sollten Journalisten eher ungern an solchen Hypes teilnehmen – was sie allerdings mit jedem weiteren Text zum Thema, egal ob pro oder contra, naturgemäß tun. Und ich hier also ebenfalls tue. Aus dem Dilemma kommt man vielleicht auch nicht heraus außer durch Schweigen. Das jedoch stünde den Medien nunmal schlecht zu Gesicht, schließlich ist das Drüberreden sozusagen ihre Kernkompetenz.</p>
<p>Die Plagiatsvorwürfe sind jedenfalls kein Grund, sich daran zu freuen, dass hier irgendjemand irgendwem auf den Leim gegangen sei. Denn einem Autor auf den Leim geht in dem Sinne jedes Porträt eines Autors. Nicht nur, weil es, praktisch betrachtet, dem Gros der Literaturkritiker schlichtweg schwerer fällt, ein Buch zu kritisieren, dessen Autor sie schon einmal kennen gelernt haben (was natürlich auch mit Respekt zu tun hat, keine Frage). Sondern auch, weil die kritische Betrachtung des Werks durch eine Lifestyle-Betrachtung der Person ersetzt wird. Genauso hat es das Urheberrecht allerdings vorgesehen. Der Jurist Johann Nikolaus Friedrich Brauer kommentiert 1809:</p>
<blockquote><p>
Indem das SchriftEigenthum nicht bey dem Eigenthum des Stoffs, worauf die Gedanken abgedruckt sind, stehen bleiben darf, weil damit allein dem Verfasser nicht gedient wäre, und dem Verleger auch nicht, sondern hauptsächlich das Eigenthum der Gedanken in sich aufnehmen muß, kann es nur durch eine Rechtsdichtung zu Stande kommen, welche diesen innern und geistigen Gegenstand wie einen äusseren und sinnlichen behandelt, und jeden Abdruck der Gedanken noch für Vertreter der Persönlichkeit des Verfassers gelten läßt.</p></blockquote>
<p>Doch zurück zu Hegemann. Wenn &#8220;Axolotl Roadkill&#8221; wirklich ein echtes Wahnsinnsbuch ist: bitte, freut mich, dann nur her mit der Überschwänglichkeit! Und zwar ganz egal, wer das geschrieben hat. Allein: Weil just das – den Text und die Person zu differenzieren – quasi unmöglich geworden scheint, kommen jetzt diese Täuschungsvorwürfe. Sie meinen mithin das Falsche. Und von Foucault scheint ohnehin noch nie einer was gehört zu haben (vermutlich, weil sich die Funktion Autor die Haare nicht so zärtlich aus der Stirn streicht). Interessant ist, dass sich einer der vermeintlich Abgeschriebenen, gegen eine solche Identifizierung im besten Sinne <a href="http://www.faz.net/s/RubD3A1C56FC2F14794AA21336F72054101/Doc~E88A9CA72ADE445F390437D064F10C598~ATpl~Ecommon~Scontent.html">wehrt</a>. Wie übrigens <a href="http://www.boersenblatt.net/357038/">auch Thomas von Steinaecker</a>. Das ist natürlich ein hehrer, aber kaum denkbarer Ausweg aus der &#8220;Rechtsdichtung&#8221;.</p>
<p>Ebenfalls verkehrt ist die Ansicht, Hegemanns Zusammenklauberei bedeute irgendeine neue Art der Literaturproduktion oder eine vermeintlich laxe Haltung der jüngeren Generation gegenüber Urheberrechten. Im Gegenteil: Um Remix, Sampling, Mash-Up oder wie immer man es nennen mag, geht das Konzept des geistigen Eigentums im Kern (wie man das juristisch formuliert und exekutiert, ist freilich eine andere Frage). Man lese doch bitte mal in Fichtes &#8220;Beweis der Unrechtmäßigkeit des Büchernachdrucks&#8221;, die der grundlegenden Diskussion um 1800 entscheidende Argumente lieferte:</p>
<blockquote><p>
Was aber schlechterdings nie jemand sich zueignen kann, weil dies physisch unmöglich bleibt, ist die Form dieser Gedanken, die Ideenverbindung, in der, und die Zeichen, mit denen sie vorgetragen werden.<br />
Jeder hat seinen eigenen Ideengang, seine besondere Art, sich Begriffe zu machen und sie untereinander zu verbinden: dies wird, als allgemein anerkannt, und von jedem, der es versteht, sogleich anzuerkennend, von uns vorausgesetzt, da wir hier keine empirische Seelenkunde schreiben. Alles, was wir uns denken sollen, müssen wir nach der Analogie unserer übrigen Denkungsart denken; und bloss durch dieses Verarbeiten fremder Gedanken, nach der Analogie unserer Denkart, werden sie die unsrigen: ohne dies sind sie etwas Fremdartiges in unserem Geiste, das mit nichts zusammenhängt und auf nichts wirkt. [...] Da nun reine Ideen ohne sinnliche Bilder sich nicht einmal denken, vielweniger anderen darstellen lassen, so muss freilich jeder Schriftsteller seinen Gedanken eine gewisse Form geben, und kann ihnen keine andere geben als die seinige, weil er keine andere hat; aber er kann durch die Bekanntmachung seiner Gedanken gar nicht Willens seyn, auch die Form gemein zu machen: denn niemand kann seine Gedanken sich zueignen, ohne dadurch, dass er ihre Form verändere: Die letztere also bleibt auf immer sein ausschliessendes Eigenthum.</p></blockquote>
<p>Dass an dieser Form oft noch eine Reihe von Menschen mitfeilt, ist wiederum nichts Ungewöhnliches. Man nennt diese Menschen üblicherweise Lektoren. Und wenn man Glück hat, dann nennt sich einer dieser Lektoren eben Carl Hegemann.</p>
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		<title>Kritik an der Kritik: Aufmerksamkeitsdefizitstörung</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Feb 2010 10:43:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich habe leider keine Statistiken darüber aufgestellt, aber manchmal kommt es mir doch so vor, als gehorchte die Kritik an der Kritik auch irgendwelchen saisonalen Gesetzen. Diesen Winter jedenfalls tritt sie wieder verstärkt auf (war das auch im vergangenen Winter so?). Wenn´s von draußen kalt heranweht, kühlt man eben langsam nach innen durch, und dann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe leider keine Statistiken darüber aufgestellt, aber manchmal kommt es mir doch so vor, als gehorchte die Kritik an der Kritik auch irgendwelchen saisonalen Gesetzen. Diesen Winter jedenfalls tritt sie wieder verstärkt auf (war das auch im vergangenen Winter so?). Wenn´s von draußen kalt heranweht, kühlt man eben langsam nach innen durch, und dann friert´s einen – das kenne ich auch – plötzlich umso doller angesichts des Blödsinns und/oder der Gemeinheiten, die man in manchen Zeitungen so zu lesen bekommt.</p>
<p>Den Auftakt bildete, soweit ich das im Blick habe, Oliver Gehrs in der November-2009-Ausgabe des Medium Magazins (<a href="http://blog.dummy-magazin.de/243/hort-blos-auf-zu-loben-kritik-an-der-buchkritik/">frei online im Dummy Blog</a>), &#8220;Hört bloß auf zu loben!&#8221; lautete die Überschrift, unter der er sich über all die elenden Superlative ausließ, die Literaturkritiker so gerne verwenden. Es geht darin auch im Bolanos &#8220;2666&#8243;, und in dem Fall muss ich ihm durchaus Recht geben: Das ist ein dolles Buch, keine Frage – aber ein &#8220;Meilenstein der literarischen Evolution&#8221; (ZEIT)? Hm. Auch finde ich – im Gegensatz zu Felicitas von Lovenberg (FAZ) – keinesfalls, dass man &#8220;für 2666 […] eine neue Bezeichnung in die Literaturgeschichte einführen&#8221; muss (&#8221;bolanoesk&#8221; schlug von Lovenberg, wie einfallslos, vor).<br />
Gehrs schreibt:</p>
<blockquote><p>Ich weiß nicht, was los wäre, wenn sich andere Redaktionen mit solcher Inbrunst des Schwelgens hingeben würden. Wenn der Sportredakteur von einem Fußballspiel berichtete, wie es noch nie eins gegeben hat, der Autotester von einem Wagen, der mit Worten nicht mehr zu beschreiben ist, der Politikredakteur von einer Rede, die einen nicht mehr loslässt und der Medienjournalist von einer Sendung, die Geschichte schreiben wird.</p></blockquote>
<p>Und da weist er auf ein Problem hin, das er dann leider nicht weiter ausführt. Ich glaube nämlich, der ganze Überschwang der Literaturkritiker rührt auch daher, dass sie sich bewusst oder unbewusst auch als Agenten der Literatur im Allgemeinen – und damit auch des Buchmarktes – sehen. Dass sie also glauben, sie müssten ihre Leser vom Lesen (i.e. Kaufen) an sich überzeugen, weil das ja keiner mehr tue (im Gegensatz zum Fußballspielegucken und Autofahren). Dass sie daran auch indirekt schuld sind, weil sie jedes Buch wieder über den Klee loben und sich der Leser folglich gar nicht mehr auskennen KANN, übersehen sie dabei geflissentlich. Wie auch &#8211; meine Meinung -, dass man sich bei Nicht-Lesern besser nicht anbiedern sollte.</p>
<p>Nicht weniger problematisch ist die Tatsache, dass manche Redakteure (nicht alle!) etwas anderes als überschwänglich Positives gar nicht mehr sehen wollen. Ich habe mit meinen Chefinnen da großes Glück, die wollen wirklich über die Bücher sprechen und keine Tipp-Texte. Nur einmal erging es mir anders, und das war ausgerechnet bei den LITERATUREN der Fall, von denen ich dachte, dass sie den Diskurs über Literatur tatsächlich führen wollten. War aber nicht so: Als ich im Vorgespräch über eine Kritik sagte, das Buch sei Kitsch (oder so ähnlich), hatte ich den Auftrag zur Besprechung auch schon verloren. Und Geld habe ich für die Lektüre natürlich auch keines bekommen. (Der Text erschien dann glücklicherweise in der Berliner, ich habe gute Chefinnen wie gesagt.)</p>
<p>Womit wir bei der zweiten Kritik an der Kritik wären, bei <a href="http://jungle-world.com/artikel/2010/04/40262.html">Jörg Sundermeiers &#8220;Warum es dicke Bücher schwer haben&#8221; in der Jungle World</a>. Wenn ich mit dem Verleger nicht schon vorher einmal über dieses Thema geredet hätte, würde ich wohl jetzt in all meiner traurigen Naivität vor seinem Artikel sitzen. Sundermeier behauptet, dass Kritiker Bücher oft gar nicht komplett lesen; beim Buch eines Autors aus seinem Bekanntenkreis, das 1000 Seiten fasse (und sich entsprechend schwer tat, einen Verlag zu finden), hätten einige Rezensenten &#8220;sogar beim Verlag nach einer Kurzzusammenfassung ersucht&#8221;. Ich kann´s immer noch nicht glauben, ehrlich. Woher das kommt, ist allerdings einfach. Sundermeier:</p>
<blockquote><p>1 000 Seiten anspruchsvolle Literatur wollen erstmal gelesen sein. Der Literaturkritiker, die Radioreporterin, der Experte vom Fernsehen, sie alle werden nach Zeilen und Sendezeit bezahlt, der Aufwand muss sich lohnen, und ein dünnes Bändchen liest sich nun mal schneller weg als ein dicker Wälzer. Wer vom Zeilengeld leben muss, liest und bespricht lieber viele anspruchslose Romane im Monat als nur einen anspruchsvollen.</p></blockquote>
<p>Doch geht es ihm nicht nur um die ökonomischen Zwänge, sondern auch um die Qualität:</p>
<blockquote><p>Leider sind die Kritiken nicht selten allein deshalb &#8220;meinungsstark&#8221; geschrieben, weil sich der Kritiker als kritischer Geist auszuweisen versucht. Der Kritiker bewirbt sich also selbst. Generell gilt: An die Stelle von textlichen Kriterien treten geschmäcklerische Urteile, auf die Einordnung in das Werk des Autoren wird zugunsten des Porträts verzichtet, manch ein kritischer Einwurf wird gleich ganz zugunsten der Nacherzählung des Medienspektakels um das Buch geopfert.</p></blockquote>
<p>Womit wir bei der dritten Kritik an der Kritik wären, bei <a href="http://funkkorrespondenz.kim-info.de/artikel.php?pos=Leitartikel&#038;nr=7652">Torsten Körners Artikel &#8220;In der Spottgemeinschaft&#8221; aus der Funkkorrespondenz</a>, der sich anlässlich von Dieter Wedels Fernsehfilm &#8220;Gier&#8221; über die Mechanismen der Medienkritik erregt.<br />
Richtig ist daran, dass viel geätzt wird, viel Spott ausgeschüttet wird, was manchmal wahrlich unangenehm bis peinlich ist. Die Beispiele, die Körner aus der SZ nennt, haben mich auch gegruselt. Nur ist sein Text selbst alles andere als konsequent. Erst lobt der Autor Wedel dafür, dass er überhaupt noch anspruchsvolles Fernsehen mache – das hat aber meiner Meinung nach mit Kritik nichts zu tun, ein Werk will doch an den eigenen Ansprüchen gemessen werden, und nicht daran, dass es unter den Schlechten noch das Beste ist; sonst müsste man über den Boulevard ja kein Wort mehr verlieren, und das hielte ich für ziemlich falsch. Dann sagt Körner außerdem, dass man Person und Werk auseinander halten soll – was er ja gerade im Eingang seines Textes nicht gemacht hatte.<br />
Die grundlegende These ist jedenfalls, und damit geht er beinahe mit Sundermeier d´accord, dass die Kritiker selbst den Mechanismen des Marktes gehorchen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Sie selbst müssen ihre Kritiken als Events anlegen, sie müssen auf Teufel komm raus unterhalten, sie sind vielfach eher Entertainer als Kritiker, sie verhalten sich zu ihrem Gegenstand eher wie Dieter Bohlen sich zu den Kandidaten seiner Castingshows verhält, sie klopfen Sprüche, gehobene Sprüche freilich.&#8221;</p></blockquote>
<p>Hm. Also: Ja, unterhalten mag ich mit meinen Texten auch, und das mag auch Torsten Körner, würde ich annehmen. Sonst hätte er seine Argumente ja in Form von Stichpunkten und ohne jegliche Metaphorik präsentieren können. Hat er aber nicht gemacht, so nüchtern ist er dann doch nicht (z.B. schreibt er &#8220;Wedel ist auf jeden Fall kein Kerlchen, wie es viel zu viele gibt in diesem Geschäft. Er ist immer noch ein Kerl, der letzte Sonnenbrillenfürst unter Deutschlands kleinem Film- und Fernsehhimmel.&#8221;).</p>
<p>Zudem sieht er nicht, dass dieser Spott und dieses Ätzen gerade den Versuch darstellt, gegen diese ganze Sender-PR zu opponieren, indem man demonstriert, dass man eine eigene, i.e. andere Meinung hat. Dass also, wie Körner prinzipiell fordert, der Medienbetrieb auf diese quasi spiegelnde Weise in die Kritiken einfließt. Das ist falsch, keine Frage, weil es eben nicht mehr unabhängig ist. Ich glaube jedoch, Körner versteht das zu wenig systemisch &#8211; schließlich ist auch die Kritik Teil des Betriebs und insofern dessen Mechanismen natürlich ebenfalls unterworfen. Die SZ muss eben auch Quote machen. (Aber ja: Ein bisschen mehr Mühe könnte man sich dabei manchmal schon geben.)</p>
<p>Ich glaube ohnehin, das Problem ist von anderer systemischer Natur. Das macht das Beispiel von Felicitas von Lovenberg ja unmissverständlichst klar: Im Journalismus geht es nicht mehr (nur?) um die Leser, sondern darum, in die Geschichte einzugehen, indem man z.B. eine neue Bezeichnung in die Literaturgeschichte einführt. Das heißt: an der ganz großen Historie mitschreibt. Die Eitelkeit ist eben ein schmaler Grat: Ohne wird man kaum Journalist werden, aber zuviel davon sorgt dafür, dass man sich eigentlich nicht mehr als solcher bezeichnen dürfte. Und unter den heutigen Bedingungen der quasi epidemisch verbreiteten Aufmerksamkeitsdefizitstörung wird dieser Grat tatsächlich immer schmäler. Aber es gibt ihn durchaus noch.</p>
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		<title>&#8220;Für uns war der Krieg nicht zu Ende&#8221;: Zu Unrecht übersehene Bücher I</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Jan 2010 11:10:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Vorurteil über Literaturkritiker lautet ja, dass sie von Büchern im Grunde längst genug haben. Das stimmt natürlich nicht. Oder nur in ganz wenigen Fällen, und selbst dann ist es oft bloß Koketterie. Nie vergessen werde ich die Szene, als ich Sabine Vogel – sozusagen eine meiner Chefinnen, da Literaturredakteurin bei der Berliner Zeitung – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Vorurteil über Literaturkritiker lautet ja, dass sie von Büchern im Grunde längst genug haben. Das stimmt natürlich nicht. Oder nur in ganz wenigen Fällen, und selbst dann ist es oft bloß Koketterie. Nie vergessen werde ich die Szene, als ich Sabine Vogel – sozusagen eine meiner Chefinnen, da Literaturredakteurin bei der Berliner Zeitung – in Berlin besuchte. Sie hatte schon gesagt, ich solle am besten mehrere Tüten oder Taschen mitbringen, was ich dann aber zu sehen bekam, übertraf doch alle Erwartungen (Befürchtungen?): In dem nicht gerade groß zu nennenden Büro (der <a href="http://www.flickr.com/photos/7282651@N08/3614366581/">Blick von außen auf das Haus am Alexanderplatz</a> trügt nicht) war tatsächlich nirgendwo mehr Platz. Die Bücher standen nicht nur in allen Regalen und türmten sich nicht nur auf dem Schreibtisch, sondern belegten stapelweise auch beinahe den kompletten Fußboden. Und wie bestellt kam dann die Sekretärin mit einer weiteren Lieferung von wohl noch einmal 50 Neuerscheinungen. Gemeinsam sortierten wir ein wenig, und tatsächlich machte ich mich schwerst bepackt auf den Heimweg (nachdem wir über nichts anderes als Bücher gesprochen hatten, wie schön!). Doch ich komme ab vom Thema.</p>
<p>Was ich eigentlich sagen wollte: Tatsächlich bekommen Literaturkritiker viel mehr Bücher, als sie jemals lesen können (zumindest, was mich betrifft) geschenkt. Und dennoch stöbern sie weiterhin gerne in Buchhandlungen (zumindest, was mich betrifft). Niemals gekauft hätte ich mir allerdings die Reportagensammlung <a href="http://www.eichborn.de/index.php?id=96&#038;tx_commerce_pi1[showUid]=53898">&#8220;Die Nacht von Wildenhagen&#8221; von Wlodzimierz Nowak</a>. Dafür sind mehrere Faktoren verantwortlich. Erstens: Eichborn gehört nicht gerade zu meinen Lieblingsverlagen (wie etwa <a href="http://www.droschl.com/">Droschl</a>, <a href="http://www.verbrecherei.de">Verbrecher</a> oder <a href="http://www.bilgerverlag.ch/">Bilger</a>, von denen ich quasi alles blind kaufen würde); ob das nun mit der Qualität oder einfach nur Geschmack zu tun hat, lassen wir hier mal dahin gestellt. Zweitens (zurück zu Nowak): Der Untertitel des Buchs &#8220;Zwölf deutsch-polnische Schicksale&#8221; reizt mich ebenfalls so überhaupt nicht; ich bin wohl etwas allergisch auf das Wort &#8220;Schicksal&#8221;. Drittens: Bei der Biografie von Nowak auf dem Umschlag der Buchs wird eher umwegig die Brücke zu Ryszard Kapuscinski geschlagen, und sowas nervt mich grundsätzlich: wenn die Texter solcher Texte nicht die Eigenarten des Autors herausstellen, sondern sich mit Analogien behelfen oder gar Testimonials bemühen, die darüber nicht einmal Bescheid wissen.<br />
Exkurs: Ganz großartig ist in diesem Sinne das Zitat auf der Rückseite des völlig unbekannten (und von mir auch noch nicht gelesenen) Romans <a href="http://www.acabus-verlag.de/hohlkoerper/index.htm">&#8220;Hohlkörper&#8221; von Robert Mattheis</a>. Da steht nämlich:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ein knackiges Pressezitat? Was genau stellst du dir denn unter einem knackigen Pressezitat vor, Robert?&#8221; Maik Brüggemeyer, Rolling Stone</p></blockquote>
<p>Und: Kaum weniger als solche brüchigen Brückenschlägereien finde ich die Kritiken, die vor allem ex negativo argumentieren, mir also erst einmal erklären, was das Buch nicht ist (kitschig/pathetisch/schwer etc.). Das passiert mir selbst leider auch oft genug, ich bemühe mich aber ehrlich, es zu vermeiden.<br />
Zurück zur &#8220;Nacht aus Wildenhagen&#8221;, das ich also nicht gekauft habe, sondern für den <a href="http://www.literatur-muenchen.de/blog/das-magazin-klappentext/">KLAPPENTEXT</a> als Rezensionsexemplar bestellt habe und dadurch glücklicherweise eines Besseren belehrt wurd: Das ist ehrlich großartig. Das große Thema von Nowaks Reportagen ist, wie der Zweite Weltkrieg die Genealogien für Jahrzehnte in Unordnung brachte, wie er an Biografien mitschrieb und auch heute noch mitschreibt. Nowak erzählt von Schleppern und Opelanern, von 18-jährigen SS-Soldaten und &#8220;arisierten&#8221; polnischen Mädchen, von glückenden und weniger glückenden Verständigungen zwischen Diesseits und Jenseits der Oder-Neiße-Grenze. Und das mit eben jener journalistischen Lakonie, die die zeitgenössische Literatur leider viel zu oft zu kopieren sucht, um´s ein bisschen authentisch klingen zu lassen. Bei Nowak ist es das in jedem Fall: authentisch.</p>
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		<title>Cover-Poesie: Blühender Zellstoff</title>
		<link>http://www.katrinschuster.de/2010/01/04/buchcover-poesie-bluhender-zellstoff/</link>
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		<pubDate>Mon, 04 Jan 2010 10:27:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer glaubt, ein Buch bestehe aus den nach ihm benannten Staben oder gar aus Seiten, der irrt sich. Man stabt oder seitet schließlich nicht in einem Buch, nein: Man blättert darin, ein Buch besteht so gesehen aus Blättern. Und das ist ganz und gar nicht metaphorisch, denn Papier, man kennt es, wird tatsächlich aus pflanzlichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer glaubt, ein Buch bestehe aus den nach ihm benannten Staben oder gar aus Seiten, der irrt sich. Man stabt oder seitet schließlich nicht in einem Buch, nein: Man blättert darin, ein Buch besteht so gesehen aus Blättern. Und das ist ganz und gar nicht metaphorisch, denn Papier, man kennt es, wird tatsächlich aus pflanzlichen Fasern fabriziert. Früher war das mal Holz, genau, aber das wird ja nicht mehr ganz so gern gesehen. Weshalb Papier nun auch aus bereits einmal oder gar mehrfach gebrauchtem und das bedeutet wohl: beschriebenem Papier gewonnen wird. Der postmoderne Denker weiß da längst, der Leser ahnt es ebenfalls: Das hat literarische Folgen! Und tatsächlich: Seitdem die Welt dem Recycling frönt, haben nicht nur literarische Selbstreflexivität und die sogenannte Intertextualität zugenommen, sondern nun muss die Pflanze, von der wohl immer weniger drinsteckt in so einem Buch, eben vorne drauf, auf das Cover.<br />
<a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0102/feuilleton/0037/index.html">Weiterlesen bei der Berliner Zeitung &#8230;</a></p>
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		<title>Der neue KLAPPENTEXT ist da</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Dec 2009 13:34:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[

Liebe Leserinnen und Leser,

München bekommt endlich ein (hoffentlich!) ordentliches Literaturfestival. Und Bayern endlich ein hoffentlich nicht minder ordentliches Literaturportal. Was dem Klappentext da noch zu wünschen übrig bleibt für 2010? Ach, einiges. Weniger Bücher zum Beispiel. Weil ohnehin schon viel zu viele auf dem Markt sind, die wir nie werden lesen können. Und natürlich: mehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.literatur-muenchen.de/blog/wp-content/uploads/2009/12/klappentext-januar.pdf"><img src="http://www.literatur-muenchen.de/blog/wp-content/uploads/2009/12/cover01_101-300x203.jpg" alt="cover01_10" title="cover01_10" width="300" height="203" class="aligncenter size-medium wp-image-6451" /></a><br />
<br />
Liebe Leserinnen und Leser,<br />
<br />
München bekommt endlich ein (hoffentlich!) ordentliches Literaturfestival. Und Bayern endlich ein hoffentlich nicht minder ordentliches Literaturportal. Was dem Klappentext da noch zu wünschen übrig bleibt für 2010? Ach, einiges. Weniger Bücher zum Beispiel. Weil ohnehin schon viel zu viele auf dem Markt sind, die wir nie werden lesen können. Und natürlich: mehr Bücher. Weil es dann leider doch noch viel zu wenige gibt, die uns Herz und Hirn erhitzen und uns beinahe um den Verstand bringen. Sie sehen´s schon: Wir sind so f latterhaft und unentschieden wie eh und je – und sonst ändert sich auch nix. In diesem Sinne wünschen wir:<br />
<br />
Lesen Sie gut!<br />
Ihre Redaktion<br />
<br />
<a href="http://www.literatur-muenchen.de/blog/wp-content/uploads/2009/12/klappentext-januar.pdf"><strong>Und nun: KLAPPENTEXT lesen! (PDF)</strong><br />
</a><a href="http://www.literatur-muenchen.de/blog/mehrklappentext/ja-ich-will/">Oder gleich: KLAPPENTEXT abonnieren!</a></p>
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		<title>Gehversuche auf unsicherem Boden Gwendoline Riley erzählt vom Erwachsenwerden in Manchester</title>
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		<pubDate>Fri, 15 May 2009 09:45:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Ans Hinfallen hat sich Esther längst gewöhnt. Schon in jüngeren Jahren hatte ihr eine Lehrerin mit Blick auf die vielen Schürfwunden den Rat gegeben, ihre Schuhe besser mit Nägeln auszustatten, um nicht dauernd den Boden unter den Füssen zu verlieren. Auch die Rückkehr ins heimische Manchester nach einem längeren Aufenthalt in den USA ist eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ans Hinfallen hat sich Esther längst gewöhnt. Schon in jüngeren Jahren hatte ihr eine Lehrerin mit Blick auf die vielen Schürfwunden den Rat gegeben, ihre Schuhe besser mit Nägeln auszustatten, um nicht dauernd den Boden unter den Füssen zu verlieren. Auch die Rückkehr ins heimische Manchester nach einem längeren Aufenthalt in den USA ist eine rutschige Angelegenheit.<br />
<span id="more-139"></span><br />
Es ist Winter, es ist Schneematsch, es ist Eisesglätte. Der Weg zu ihrer Haustür scheint fast unüberwindbar, «am liebsten würde ich mich auf alle viere niederlassen und krabbeln; das wäre garantiert am sichersten». Drinnen warten, nicht weniger symbolisch, eine Menge unausgepackter Kisten, «die aus der Zeit stammen, als ich noch dachte, ich würde ganz weggehen», sowie ein Haufen leerer Gin-Flaschen. «Die solltest du wegbringen», mahnt Donna. «Schaff zumindest Platz für die neuen.»<br />
<em><br />
Ungerührt und nebenbei</em><br />
<br />
Tatsächlich geht das Leben der Anfangzwanzigerin genau so weiter wie vor ihrer Reise nach Übersee, die ohnehin keine Rolle spielt in diesem Buch. Das grosse Thema der dreissigjährigen britischen Autorin Gwendoline Riley ist ihre Heimatstadt Manchester. Deren Bars, Trottoirs und schrägen Bewohnern hat sie bereits in ihrem Debütroman «Cold Water» ein charmant pubertäres Denkmal gesetzt.<br />
<br />
In ihrem Zweitling «Krankmeldungen» heisst die Erzählerin nun also Esther statt wie zuvor Carmel, der Ton jedoch ist derselbe prägnant lakonische. Auch Esthers Universum ist gegen alles, was man Lebensernst nennt, gut abgedichtet, es wird viel geredet, noch mehr getrunken und manchmal ein wenig geliebt.<br />
<br />
«Ich sollte mit ein wenig mehr Relevantem aus meiner Geschichte aufwarten, ein paar Szenen aus meiner Vergangenheit», unterbricht sich Esther folglich bald. Die Episode vom gewalttätigen Ex-Freund ist allerdings nur eine unter vielen, den Rest ihrer elenden Biografie serviert sie ähnlich ungerührt und nebenbei. «Keine Sorge. Nachher kotze ich das Ganze wieder raus», beruhigt sie etwa ihren Begleiter, als sie beim Essen ordentlich zulangt. Und fügt im Stillen hinzu: «Er meint, ich hätte einen Witz gemacht.» Solche stummen Gegenreden gibt es viele in diesem Roman.<br />
<em><br />
Aufmerksamer Blick</em><br />
<br />
Gwendoline Rileys Zynismus ist stets derart ironischer Natur, in «Krankmeldungen» findet sich keine Spur jener pathetischen Pathologisierung, deren sich junge Autorinnen gerne bedienen. Im Gegenteil: «Ich bin nicht eitel, sondern einfach nur unsicher. Ich habe ein geringes Selbstwertgefühl», erklärt Esther. «Ich kann es bis zu einem bestimmten Ereignis in meiner Kindheit zurückverfolgen.» Nur würde diese Nabelschau wohl nichts daran ändern, es ist eben so, wie es ist, sagt dieses Buch. Und bewahrt gerade deshalb einen aufmerksamen Blick für die Momente, in denen die Bodenlosigkeit der Welt sicht- und beschreibbar wird.<br />
<em><br />
Gwendoline Riley: Krankmeldungen. Aus dem Englischen von Sigrid Ruschmeier. Schöffling &#038; Co., Frankfurt am Main 2009. 204 S., Fr. 32.90.</em></p>
<p>Erschienen in <a href="http://www.derbund.ch">Der Bund</a>, 15. Mai 2009</p>
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		<title>Melkvieh im schwarzen Rauschen Die Vampire geistern wieder durch die Literatur</title>
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		<pubDate>Mon, 04 May 2009 12:01:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Jahr 1895 werden in Berlin und Paris die ersten Kinematografen vorgestellt, etwa zur selben Zeit erfindet Sigmund Freud in Wien das Wort &#8220;Psychoanalyse&#8221;, und in London sitzt der irische Schriftsteller Abraham Stoker an dem Roman, der ihn unsterblich machen wird, &#8220;Dracula&#8221; erscheint 1897. Dass die Geschichte vom blutsaugenden Grafen so berühmt wurde, verdankt sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Jahr 1895 werden in Berlin und Paris die ersten Kinematografen vorgestellt, etwa zur selben Zeit erfindet Sigmund Freud in Wien das Wort &#8220;Psychoanalyse&#8221;, und in London sitzt der irische Schriftsteller Abraham Stoker an dem Roman, der ihn unsterblich machen wird, &#8220;Dracula&#8221; erscheint 1897. Dass die Geschichte vom blutsaugenden Grafen so berühmt wurde, verdankt sie nicht zuletzt dem Kino. Auf der Leinwand machten sich die Untoten stets besonders gut, war dort doch ohnehin nie etwas anderes zu sehen als seltsam von ihrer Leiblichkeit erlöste Körper.<br />
<br />
Derart wohl fühlten sich die Blutsauger in den bewegten Bildern, dass man fast meinen konnte, der moderne Mythos sei für die Literatur verloren. Falsch gedacht, denn gerade meldet er sich lautstark zurück zu Wort. Bei Viktor Pelewin zum Beispiel: Der russische Schriftsteller, den man hierzulande erst mit seinem dritten Buch &#8220;Generation P&#8221;, einer grotesken Persiflage auf die Konsumgesellschaft, richtig wahrgenommen hat, legt nach seiner Minotaurus-Umschrift &#8220;Der Schreckenshelm&#8221; (2005) und dem &#8220;Heiligen Buch der Werwölfe&#8221; (2006) nun einen Vampirroman vor, &#8220;Das fünfte Imperium&#8221;.<br />
<br /><span id="more-134"></span><br />
Die Initiation von dessen Hauptfigur aktualisiert keine wehenden Vor- und Umhänge, sondern den medialen Grusel als solchen. Der 19-jährige Roma Storkin streift gedankenverloren durch die Stadt, als er einen Schriftzug auf dem Bürgersteig bemerkt: &#8220;Nutzen Sie die Chance zum Eintritt in die Elite! 22.06. 18.40-18.55 Uhr Garantiert einmalig!&#8221; Datum passt, Uhrzeit passt, und weil Roma gerade eh nichts Besseres zu tun hat, folgt er dem nebenstehenden Pfeil. Nur wenig später ist er an eine Sprossenwand gefesselt und hat ein komisches Gefühl, nämlich eine Vampirs-Zunge, im Mund.<br />
<br />
Zwei Lehrer, Baldur und Jehova, unterrichten Roma in der Folge über die beiden wesentlichen Künste des Vampirs, über Glamour und Diskurs. Denn per Glamour und Diskurs sorgen die Blutsauger dafür, dass die Menschen an nichts anderes als an Geld denken. Dann nämlich funkt der so genannte &#8220;Geist B&#8221; (des Menschen Sehnsucht nach Bedeutung) das Geld im Aggregatzustand M5 direkt an die Vampire, die daraus ihr Bablos destillieren (oder so ähnlich . Vom Blut jedenfalls ist man weitgehend abgekommen, das taugt nurmehr zum Gedankenlesen). Dass das humane Melkvieh von all dem nichts ahnt, verdankt sich dem &#8220;Schwarzen Rauschen&#8221;, einem von den Vampiren geschaffenen &#8220;Informationshintergrund von solcher Dichte, dass die Wahrheit darin unmöglich zu entdecken ist&#8221;. Wenn schon untot, dann aber richtig, ist Pelewins Devise: All die wilden Kombinationen zahlloser Versatzstücke der Kulturgeschichte zur ganz großen und ziemlich wasserdichten Verschwörungstheorie machen den buchstäblichen Heidenspaß, für den Vampirromane schon immer gut waren.<br />
<br />
Doch ach, oh weh, nicht nur die signifikantenlustige Gott-ist-tot-Postmoderne hat die wörtlichen Untoten für sich entdeckt, sondern auch das jenseitshörige Christentum. Und feiert damit erschröckliche Erfolge: Eben ist der vierte Band der Teenie-Saga &#8220;Twilight&#8221; der amerikanischen Mormonin Stephenie Meyer in Deutschland erschienen und führte sofort die Bestseller-Listen an. Was die Ego-Shooter für die Jungs, sind diese Romane für die Mädchen von Heute: reichlich simpel gestrickte Erfolgsgeschichten geschlechtlicher Medien-Identität. Oder mit Pelewin gesagt: die perfekte Mischung aus Glamour und Diskurs. Auf der Glamour-Ebene geht es um ewige Liebe, Schönheit, Reichtum, Freiheit, Bildung, Willensstärke und so weiter. Ein durch Mauerblümchen-Attitüde verhinderter schöner Schwan namens Bella Swan verliebt sich in den überirdisch attraktiven Vampir Edward Cullen. Das schafft ein paar Probleme, die am Ende und per Unsterblichkeit gelöst werden.<br />
<br />
Sex gibt es erst in diesem letzten Band und auch da nur als verschwiegene Leerzeilen. Das erste Mal hat &#8211; da Bella noch nicht ebenfalls Vampir ist &#8211; eine Menge blauer Flecken sowie eine umgehende Schwangerschaft zur Folge. Mit der Geburt des Kindes geht auch ihre Initiation einher, Mutter- und Unsterblichwerden sind bei Meyer ein und dasselbe. Nun muss Bella nur noch lernen, ihr besonderes Talent (jeder Vampir hat so eins!) zu kontrollieren. In ihrem Falle ist das &#8211; wie konnt&#8217; es anders sein &#8211; die Verhütung fremden Eindringens; die Autorin nennt das nur ein bisschen anders, nämlich &#8220;Schutzschild&#8221;. Selbst das Gut-gegen-Böse-Prinzip wird im &#8220;Bis(s)&#8221;-Epos privatisiert, es kämpfen nicht Bürger gegen Aristokraten wie in &#8220;Dracula&#8221;, sondern Edwards Vampire gegen die italienischen Volturi, eine patriarchalische Vampir-Clique in bester Vatikan-Manier. Um das Konzept &#8220;Familie&#8221; gegen den machtfixierten &#8220;Zirkel&#8221; zu verteidigen, verbünden sich die Cullens sogar mit den Werwölfen, die &#8211; von Meyer durchgehend mit jüdischen Namen versehen &#8211; zwar für ihre Loyalität geschätzt werden, aber leider, leider keinen freien Willen haben. So viel zum Diskurs dieses Buches.<br />
<br />
Dass die Domestizierung der Sexualität im Namen der Religion nur auf den ersten Blick derart nahtlos funktioniert, wissen wir spätestens seit Freud. Auch in der &#8220;Bis(s)&#8221;-Serie sind die sprachlichen Verwerfungen in der literarischen Schmonzetten-Ödnis unüberlesbar. &#8220;Merkte er nicht, dass Erregung durch meinen Körper strömte wie ein Adrenalinstoß?&#8221; denkt Bella. Wer so konsequent körperliche Ursache und gefühlige Wirkung verwechselt, dem kann nur noch von Pelewin geholfen werden. Dessen Vampire sind der Missionarin Meyer in jedem Fall zu größtem Dank verpflichtet: So viel Schwarzes Rauschen hat schon lange kein Autor mehr produziert, das Bablos dürfte den Hirnen junger Frauen folglich in Strömen entfließen. Und das ist tatsächlich mehr als gruselig.<br />
<br />
<em>Viktor Pelewin: Das Fünfte Imperium. Aus dem Russischen von Andreas Tretner. Luchterhand, München 2009. 399 S., 10 Euro.<br />
Stephenie Meyer: Bis(s) ans Ende der Nacht. Aus dem Englischen von Sylke Hachmeister. Carlsen, Hamburg 2009. 793 S., 24,90 Euro.</em><br />
<br />
<strong><em>Erschienen in: Berliner Zeitung, 16.4.2009</em></strong></p>
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		<title>Druckerschwärze aus Deutschland  Der Chamisso-Preisträger Artur Becker</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Mar 2009 10:35:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Artur Becker ist wahrlich kein Dramatiker. Die Geschichte eines Doppelmords, die anderen Autoren zur ganz großen Tragödie geriete, destilliert er in seinem jüngsten Roman „Wodka und Messer“ zur halbseitigen Anekdote: „1967, als Kuba sieben Jahre alt wurde, verlor Tante Ala auf ihrer eigenen Hochzeit in Wilimy das linke Auge …“ Dass Kubas Vater zuvor seine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Artur Becker ist wahrlich kein Dramatiker. Die Geschichte eines Doppelmords, die anderen Autoren zur ganz großen Tragödie geriete, destilliert er in seinem jüngsten Roman „Wodka und Messer“ zur halbseitigen Anekdote: „1967, als Kuba sieben Jahre alt wurde, verlor Tante Ala auf ihrer eigenen Hochzeit in Wilimy das linke Auge …“ Dass Kubas Vater zuvor seine eigene Ehefrau und deren vermeintlichen Liebhaber, Alas Bräutigam, erstach, ist nur eine Episode unter vielen anderen, nicht weniger mythisch-mirakulösen. Im Gegenlicht dieser wilden Fabulierereien erscheinen die Dialoge fast wie seltsam leblose Fremdkörper, das ungebändigte Erzählen liegt dem Schriftsteller mehr als das Inszenieren eines braven Hintereinanders von Handlung, die Gegenwart ist bei ihm zuallererst als erinnernde, als von der Vergangenheit durchsetzte präsent.<span id="more-113"></span><br />
<br />
Das ist schließlich das große Thema seines Lebens: Sein erster Roman, „Der Dadajsee“ von 1997, erzählte von einem polnischen Arbeiter, der nach langen Jahren in Deutschland in die Heimat zurückkehrt. In seinem jüngsten und bislang umfangreichsten, „Wodka und Messer“, geht es um eben dasselbe. Jakub, genannt Kuba, floh zu Zeiten der Solidarnosc als Dissident nach Berlin – nun kehrt er heim, um dem Tod seiner damaligen Geliebten und der eigenen Herkunft auf den Grund zu gehen.<br />
<br />
Wenn man Artur Becker auf das autobiografische Moment jeder Literatur anspricht, sagt er „Ja, ja, ich unterschreibe das sofort.“ Wie sollte er es auch leugnen? Als 16-Jähriger – da hatte er in seiner Heimat Polen gerade als Lyriker debutiert – folgte er seinen Eltern nach Deutschland. Dem Vater seien die wiederholten „dämlichen Gespräche“ mit dem Geheimdienst zuviel geworden, auch die Mutter fürchtete die Ausweitung anti-oppositioneller Maßnahmen. „Wir hatten zuhause Druckerschwärze, die man aus Deutschland geschmuggelt hat, wir hatten sehr viele Zeitungen, Broschüren und Plakate, die heimlich gedruckt wurden. Ich bin mit der ganzen Solidarnosc-Geschichte aufgewachsen, richtig aufgewachsen.“<br />
<br />
Dass er seine Heimatlandschaft, die Masuren, 1985 verlassen musste, nennt Becker „natürlich eine Vertreibung aus dem Paradies“. Kein Wunder, dass er sich immer wieder dahin zurückschreibt. „Das Schreiben ist auf jeden Fall eine große Therapie, das hilft mir zu überleben. Ich glaube, ich erzähle so viel von der Vergangenheit und von der Geschichte meiner Landsleute, weil ich mir einbilde, ich könnte damit so viele Geschichten und Menschen retten.“ Das spätbarocke Sofa, auf dem er für das Gespräch Platz genommen hat, steht ihm besonders gut in diesem Moment.<br />
<br />
Könnte man Fremdheit an dererlei Oberflächlichkeiten festmachen, dann fiele auch Beckers unzeitgemäße Gestalt ins Auge. Der Krawattenknoten sitzt perfekt, die Schuhe sind blank poliert, der Dreiteiler wirkt maßgeschneidert, Pomade hält die ehemals schwarzen, nun angegrauten, kinnlangen Locken aus dem Gesicht, selbst der Siegelring scheint im Licht glänzend zu reflektieren. Das sieht nicht nach dem 40-Jährigen von heute aus, der er unzweifelhaft ist. Vor allem, da er die elegante Form auch im Dialog beherrscht, man also überrascht feststellt, wie selten eine solch höfliche Entspanntheit und konzentrierte Aufmerksamkeit eigentlich geworden ist.<br />
<br />
Was nicht bedeutet, dass Artur Becker nicht gern ins Grundsätzliche driftet. Dann ist von Sokrates und von Thomas von Aquin die Rede, wird Giordano Bruno gelobt und zwischendrin nicht nur einmal der polnische Dichter Czesław Miłosz zitiert. Lauter Vernünftige also, darin jedoch äußerst Ungehorsame. Vorbilder, natürlich, er selbst ist schließlich auch keiner, der sich vor der eigenen Meinung ziert. Über die EU zum Beispiel: „Man hat in Polen einfach Moskau gegen Washington getauscht und Warschau gegen Brüssel. Dieser Apparat ist riesig, und an einer solchen Bürokratie sind schon so viele Staaten zugrunde gegangen.“<br />
<br />
Von literarischen Regeln hält er ebenfalls sichtlich wenig, wer die Ordnung sucht in seinem jüngsten Roman, der wird es schwer haben. „Wodka und Messer“ ist in zehn „Teile“ gegliedert, von denen einige kaum mehr als eine Seite dauern, andere dagegen in zahlreiche – teils nummerierte, teils betitelte, teils nummerierte und betitelte, teils weder nummerierte noch betitelte – Einzelabschnitte untergliedert sind. Von den sprechenden Messern, geisterhaften Omnibussen, mörderischen Seen, wunderheilenden Ex-Rabbis-jetzt-Priestern und wiederauferstehenden Toten ganz zu schweigen. „Ich kenne es aus meiner Kindheit, dass tote Dinge einen Namen hatten und sprechen konnten. Das wurde von vielen Rezensenten ja sehr kritisiert“, erklärt Becker. „Aber die werden sich wundern, wenn sie eines Tages alt sind und mit manchen Dingen zu sprechen anfangen.“<br />
<br />
Es war im Jahr 1989, da der Schriftsteller nicht nur die politische Wende in Europa erlebte, sondern auch die eigene literarische unternahm – wofür er nun mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet wird, der eben jene Autoren würdigt, die auf Deutsch schreiben, obwohl es sich dabei nicht um ihre Muttersprache handelt. „Ich dachte mir damals: Deine Seele ist sowieso ziemlich chaotisch, also musst du zumindest auf dem Schreibtisch Klarschiff machen. Und dann fiel die Entscheidung für die deutsche Sprache.“ Als „dienstliche“ Sprache, wie er hinzufügt, denn zur Heimat taugt sie nicht, diesen Glauben hat er aufgegeben. Seine Identität ist eben keine einfache Sache, sondern von jener doppelten Natur, die er auch Kuba andichtet, wenn er in dessen Bauch den Embryo des Zwillingsbruders beherbergt. Kubas Spitzname „Doppelnabel“ passte deshalb auch auf Becker selbst, der in den Anfangsjahren der Emigration stets mit zwei Pässen reiste, „den deutschen zeigte ich den deutschen Grenzbeamten, den polnischen den polnischen“. Dieses andauernde Einreisen hat freilich längst ein Ende, die Remigration findet allein in seinen Büchern statt, ist eine rein literarische Angelegenheit, ohne Option auf Verwirklichung. „Ich kann nicht mehr zurück“, sagt Artur Becker, „das wäre eine unendliche Reise.“<br />
<br />
Erschienen in: Berliner Zeitung, 5.3.2009</p>
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