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	<title>katrin schuster &#187; Medien</title>
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		<title>&#8220;Schlaumeier-Medien&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 12:52:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>katrin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[<table cellpadding='10'><tr><td valign='top' align='left'><p>Kategorie <a href="http://www.katrinschuster.de/category/medien/" title="Alle Artikel in Medien ansehen" rel="category tag">Medien</a></p><p></p>Stefan Niggemeier hat den Text-Fabrikanten Stefan Winterbauer vor einigen Tagen als „Blinden unter den Einäugigen beim Branchendienst Meedia“ bezeichnet. Ich hielt das zuerst für eine unzulässige Despektierlichkeit – doch das tue ich mittlerweile nicht mehr. Der Grund dafür ist Winterbauers Meedia-Text „Feuilleton-Trolle im Dschungelfieber“. Denn der ist ein geradezu vorbildliches Zeugnis dafür, dass Intellektuellenfeindlichkeit längst [...]<table width='100%'><tr><td align=right><p><b>(<a href='http://www.katrinschuster.de/2012/01/20/schlaumeier-medien/' title='"Schlaumeier-Medien"'>Weiterlesen ...</a>)</b></p></td></tr></table></td><td valign='top'></td></tr></table>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Stefan Niggemeier hat den Text-Fabrikanten Stefan Winterbauer vor einigen Tagen als „Blinden unter den Einäugigen beim Branchendienst Meedia“ <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/heucheln-und-heucheln-lassen/">bezeichnet</a>. Ich hielt das zuerst für eine unzulässige Despektierlichkeit – doch das tue ich mittlerweile nicht mehr. Der Grund dafür ist Winterbauers Meedia-Text „Feuilleton-Trolle im Dschungelfieber“. Denn der ist ein geradezu vorbildliches Zeugnis dafür, dass Intellektuellenfeindlichkeit längst (wieder) populär geworden ist. Der kleinbürgerliche Hass, der in diesem Text zutage tritt, ist wahrlich gruselig.</p>
<p>Dass es mit Winterbauers rhetorischen Fähigkeiten nicht allzu weit her ist, bedeuten mir nicht nur die Rechtschreib- und Grammatikfehler, sondern auch die entlarvende Wucht, mit der er auf seine Gegner losgeht. Was er vermutlich für Ironie hält, spricht im Gegenteil die deutliche und bösartige Sprache eines aggressiven Minderwertigkeitskomplexes. Winterbauer schreibt nicht nur von „Feuilleton-Trollen“, sondern auch von „geistigen Hochfliegern“, von einem „akademisch vorbelasteten“ Publikum, von „Elite-Lesern“ und „Schlaumeier-Medien“.</p>
<p>Schon im Vorspann verbietet der Autor der Kritik mehr oder weniger unverblümt den Mund: Wer auf das „Dschungelcamp“ schimpfe, der tue das nur, so die Winterbauersche Verschwörungstheorie, um Klicks zu generieren. Alles, was nur den Hauch von Bildung verströmt, ist ihm suspekt und wird entsprechend pauschal abgebügelt. Was darin gipfelt, dass er einen leicht verständlichen Satz (der mir sogar recht gut gefällt) als „verschwurbelt“ kennzeichnet. Was Winterbauer nicht kapiert, das darf offensichtlich nicht sein. Dass Meedia diesem ostentativen Hirn-Benutzungs-Unwillen ein Forum gibt, kann ich leider nur schwer verstehen. Oder nur zu gut: Populismus wird eben gern gesehen und gelesen. Wieso sollte man es sich denn schwer machen, wenn es auch so simpel geht?</p>
<p>Eine solche Rhetorik begegnet einem leider immer wieder, zuletzt etwa in der Diskussion über Guttenberg (vgl. <a href="http://guardianoftheblind.de/blog/2011/02/27/guttenbergs-plagiat-und-die-kleinburgerliche-intellektuellenfeindlichkeit/"><del datetime="2012-01-20T13:41:13+00:00">Julie Engels</del> Markus Webers Blogartikel darüber</a>, dem ich auch den Hinweis auf den hier kaum weniger passenden <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dunning-Kruger-Effekt">Dunning-Kruger-Effekt</a> verdanke) oder in Martin Walsers so genannter Schlussstrichrede, in der der Schriftsteller über „von Eitelkeiten dirigierte Gewissenskämpfer“ und „Meinungssoldaten“ schwadronierte. Doch während Walser vermutlich ziemlich genau wusste, was er da tat, scheint Stefan Winterbauer keinerlei Begriff davon zu haben, in wessen Nähe er sich mit diesem Text begibt. Oder eben kein Problem damit. Was im Grunde nicht verwunderlich ist: Die Thematisierung rhetorischer Gebärden, die der Logik der Verunmenschlichung gehorchen (siehe auch meinen <a href="http://www.katrinschuster.de/2011/01/25/die-lust-am-lager/">Artikel „Die Lust am Lager“</a>), ist eben Sache der Schlaumeier-Medien. Und was die zu sagen haben, findet Stefan Winterbauer ja bekanntermaßen lächerlich.</p>
 <p><a href="http://www.katrinschuster.de/?flattrss_redirect&amp;id=933&amp;md5=d2d77f4123cf4d89ecaeba8b01c6ff54" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.katrinschuster.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wenn Frauen verschwinden</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 12:13:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>katrin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Biopolis]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>

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		<description><![CDATA[<table cellpadding='10'><tr><td valign='top' align='left'><p>Kategorie <a href="http://www.katrinschuster.de/category/medien/" title="Alle Artikel in Medien ansehen" rel="category tag">Medien</a></p><p>Tags: <a href="http://www.katrinschuster.de/tag/biopolis/" rel="tag">Biopolis</a>, <a href="http://www.katrinschuster.de/tag/gender/" rel="tag">Gender</a></p>Ich hatte mich schon am 29. Dezember des vergangenen Jahres geärgert, mit welch raunender Entrüstung Spiegel Online über die Retusche eines Fotos vom Staatsbegräbnis in Nordkorea berichtete. Und es dann wieder vergessen, wenn heute nicht „6 vor 9“ einen etwas nüchterneren Beitrag über dasselbe Thema auf 20minuten.ch verlinkt hätte. In der zugehörigen Bildergalerie (einer ausnahmsweise [...]<table width='100%'><tr><td align=right><p><b>(<a href='http://www.katrinschuster.de/2012/01/03/wenn-frauen-verschwinden/' title='Wenn Frauen verschwinden'>Weiterlesen ...</a>)</b></p></td></tr></table></td><td valign='top'></td></tr></table>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte mich schon am 29. Dezember des vergangenen Jahres geärgert, mit welch raunender Entrüstung Spiegel Online über die Retusche eines Fotos vom Staatsbegräbnis in Nordkorea <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,806188,00.html" target="_blank">berichtete</a>. Und es dann wieder vergessen, wenn heute nicht <a href="http://www.bildblog.de/35965/das-supertalent-christian-wulff-nordkorea/" target="_blank">„6 vor 9“</a> einen etwas nüchterneren <a href="http://www.20min.ch/news/dossier/nordkorea/story/Nordkorea-manipuliert-Bild-von-Trauerfeier-24417794" target="_blank">Beitrag </a>über dasselbe Thema auf 20minuten.ch verlinkt hätte. In der zugehörigen <a href="http://www.20min.ch/news/dossier/nordkorea/story/Nordkorea-manipuliert-Bild-von-Trauerfeier-24417794#showid=30157&amp;index=0" target="_blank">Bildergalerie </a>(einer ausnahmsweise sehr guten, da sehr gut und informativ aufbereiteten) kommen dann endlich auch jene Fälle vor, die keine Einzelfälle darstellen, sondern gängige Praxis sind, aber in den Augen der Presse dennoch beinahe nie zum Thema taugen: die Photoshop-Retuschen weiblicher Körper nämlich.</p>
<p>Das Missverhältnis ist wahrlich grotesk: Wenn Männer von Bildern verschwinden, holt Spiegel Online all seine moralischen Gesten aus der Klamottenkiste, um den Vorgang als öffentlichen Betrug an der Wahrhaftigkeit vorzustellen; daran aber, dass täglich dutzende Busen vergrößert, dutzende Frauen-Hüften verschmälert, dutzende Frauen-Hintern verkleinert und dutzende Frauen-Beine verlängert werden, scheint sich kaum einer zu stören. Als handelte es sich bei dieser Verunstaltung weiblicher Körper nicht um eine politische Handlung. Aber wie käme man denn auf die Idee? Es muss wohl daran liegen, dass die meisten Redaktionen vor allem aus Männern bestehen, denen solche Dinge einfach nicht auffallen oder einfach zu gut gefallen, um dagegen Einspruch zu erheben. Schon klar: Die minderjährige Emma Watson turnt mit ein bisschen mehr Oberweite <a href="http://www.20min.ch/news/dossier/nordkorea/story/Nordkorea-manipuliert-Bild-von-Trauerfeier-24417794#showid=30157&amp;index=65" target="_blank">einfach mehr an</a> als mit einer Körbchengröße kleiner als A. Und wenn ein bisschen weibliches Fleisch hier und da verschwindet, wird das offensichtlich auch mit Befriedigung (im wahrsten Sinn des Wortes) wahrgenommen.</p>
<p>Was für mich eigentlich einen hinreichenden Grund darstellt, auch in Medienredaktionen die Quote einzuführen – in der Hoffnung, dass dann vielleicht irgendwann mal Schluss ist mit der Konstruktion von Frauenbildern, die uns realen Frauen das Leben täglich schwer machen (obwohl die weiblichen Redaktionen von Frauenzeitschriften diese Hoffnung nicht gerade bestätigen, ich weiß). Und dabei meine ich nicht nur die schmale Hüfte, den kleinen Arsch und den vollen Busen, die so erfolgreich und nachhaltig als Ideale vorgestellt werden, dass die Zahl der Essstörungen und der Schönheitsoperation stetig steigt, sondern die Demütigung, die es für jede Frau bedeutet, ihre Geschlechtsgenossinnen täglich als Objekte männlicher Lust vorgeführt zu bekommen. Um es mit Sibylle Berg zu sagen, <a href="http://www.spiegel.de/thema/spon_berg/" target="_blank">deren Spiegel-Online(!)-Kolumne</a> ich jedem hier ans Herz legen möchte:</p>
<blockquote><p>Ich will nicht, dass die Hälfte der Erdbevölkerung zur Lustbefriedigung der anderen bereit steht, ich will keine nackten Frauen auf Tageszeitungen, ich will keine Pornos, ich will den ganzen Dreck nicht, der nahe legt, mich als Ware zu betrachten. (Aus der Folge <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,764589,00.html" target="_blank">„Männer, ich habe es satt!“</a>)</p></blockquote>
 <p><a href="http://www.katrinschuster.de/?flattrss_redirect&amp;id=881&amp;md5=848e5d9e73e2316d360946ccbe42c9a1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.katrinschuster.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Rattenfänger-Journalismus</title>
		<link>http://www.katrinschuster.de/2011/12/13/rattenfanger-journalismus/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Dec 2011 10:51:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>katrin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[<table cellpadding='10'><tr><td valign='top' align='left'><p>Kategorie <a href="http://www.katrinschuster.de/category/medien/" title="Alle Artikel in Medien ansehen" rel="category tag">Medien</a></p><p></p>Am vergangenen Mittwoch berichtete die mit dem Wort „Panorama“ übertitelte letzte Seite des ersten Buchs der Süddeutschen Zeitung über die Verbindungen zwischen Fußballfans und der rechtsextremen Szene. Dass der Autor Ronny Blaschke weitgehend nüchtern die Gemeinsamkeiten und Überschneidungen der beiden Milieus aufzählt, hat den zuständigen Redakteur offensichtlich nicht interessiert, denn die Unterzeile beweist recht eindrücklich, [...]<table width='100%'><tr><td align=right><p><b>(<a href='http://www.katrinschuster.de/2011/12/13/rattenfanger-journalismus/' title='Rattenfänger-Journalismus'>Weiterlesen ...</a>)</b></p></td></tr></table></td><td valign='top'></td></tr></table>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Mittwoch berichtete die mit dem Wort „Panorama“ übertitelte letzte Seite des ersten Buchs der Süddeutschen Zeitung über die Verbindungen zwischen Fußballfans und der rechtsextremen Szene. Dass der Autor Ronny Blaschke weitgehend nüchtern die Gemeinsamkeiten und Überschneidungen der beiden Milieus aufzählt, hat den zuständigen Redakteur offensichtlich nicht interessiert, denn die Unterzeile beweist recht eindrücklich, dass er den Text entweder gar nicht erst gelesen oder wenigstens nicht verstanden hat. Denn sie lautet: „Wie die NPD gewaltbereite Fußballfans anwirbt – und so versucht, die Gesellschaft zu unterwandern“.</p>
<p>Der Begriff „Unterwanderung“ kommt in dem Text nicht vor und wird von ihm auch keinesfalls nahegelegt. Jedoch ist diese Rhetorik, die eine tatsächliche oder nur vorgebliche Gefährdung suggeriert, wohl einfach zu altbekannt und leider weiterhin äußerst beliebt, als dass man sie nicht verwenden wollte. Und vor allem ist sie astreine Propaganda, früher wie heute. Das Aufrufen verschwörungstheoretischer Momente verschleiert in dem Fall sehr erfolgreich, dass die Neonazis sich nicht irgendwelche Sympathien zu „erschleichen“ müssen, sondern ihr Programm oft genug offen zur Schau tragen und gerade deshalb immer beliebter werden. Es läuft mithin genau andersherum: Die Gesellschaft wird eben nicht „unterwandert“, sondern sie scheint vielmehr solch unmenschliche Positionen mehr und mehr und immer öfter zu befürworten. Darüber sollte man besorgt sein. Statt weiter vom fiesen Feind zu schwadronieren, der sich heimlich in den Köpfen der Menschen einnistet, ohne dass diese etwas davon mitbekommen. Neonazis sind eben leider nicht alle debil, sondern wissen viel zu oft sehr genau, was sie da tun. (Dass Mitglieder der Piraten-Partei <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,791037,00.html" target="_blank">dieselbe Argumentation vom Rattenfänger gebrauchen</a>, halte ich leider für symptomatisch für diese „postpolitische“ Partei.)</p>
<p>Allein, wen wundert´s, dass man solche Reflektionen in diesem SZ-Ressort vergeblich sucht. Worum es darin geht, demonstriert am besten der zugehörige Onlineauftritt. „Gesellschaft, Kriminalität und Katastrophen“ lautet die Headline der Rubrik „Panorama“ auf sueddeutsche.de, die sich in die Unterpunkte „Gesellschaft“, „Naturkatastrophen“, „Prozesse“, „Unfälle“ und „Verbrechen“ gliedert. Ein geradezu vorbildliches Angstmache-Ressort, unverkennbar. Und als solches hat es freilich keine andere Aufgabe als die, dem Leser ohne Unterlass etwas von unsichtbaren, unwägbaren und unbegreiflichen Gefahren vorzuplappern. Damit er ja nicht auf die dumme Idee kommt, er könnte doch noch etwas an dem aktuellen Un-Zustand der Welt ändern.</p>
 <p><a href="http://www.katrinschuster.de/?flattrss_redirect&amp;id=826&amp;md5=8b28b4846ad7a4506305b0b6606c4df3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.katrinschuster.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Schlag ins Genick</title>
		<link>http://www.katrinschuster.de/2011/11/12/schlag-ins-genick/</link>
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		<pubDate>Sat, 12 Nov 2011 13:41:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>katrin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[<table cellpadding='10'><tr><td valign='top' align='left'><p>Kategorie <a href="http://www.katrinschuster.de/category/medien/" title="Alle Artikel in Medien ansehen" rel="category tag">Medien</a></p><p>Tags: <a href="http://www.katrinschuster.de/tag/deutsch/" rel="tag">Deutsch</a>, <a href="http://www.katrinschuster.de/tag/rhetorik/" rel="tag">Rhetorik</a>, <a href="http://www.katrinschuster.de/tag/sprache/" rel="tag">Sprache</a></p>Man will sich den Schock lieber nicht ausmalen, den Thomas Paulwitz – seines Zeichens Chefredakteur der von ihm gegründeten Zeitschrift Deutsche Sprachwelt und unermüdlicher Kämpfer gegen die ‚Überfremdung‘ der deutschen Sprache – erlitten haben muss, als er vom neuen Claim des Drogeristen Schlecker erfuhr: „For you. Vor Ort“. „Schmutzigstes 90er-Jahre-Denglisch mit einem Schuß Bergarbeitersprache, ein [...]<table width='100%'><tr><td align=right><p><b>(<a href='http://www.katrinschuster.de/2011/11/12/schlag-ins-genick/' title='Schlag ins Genick'>Weiterlesen ...</a>)</b></p></td></tr></table></td><td valign='top'></td></tr></table>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man will sich den Schock lieber nicht ausmalen, den Thomas Paulwitz – seines Zeichens Chefredakteur der von ihm gegründeten Zeitschrift <em>Deutsche Sprachwelt</em> und unermüdlicher Kämpfer gegen die ‚Überfremdung‘ der deutschen Sprache – erlitten haben muss, als er vom neuen Claim des Drogeristen Schlecker erfuhr: „For you. Vor Ort“. „Schmutzigstes 90er-Jahre-Denglisch mit einem Schuß Bergarbeitersprache, ein Schlag ins Genick für alle sprachempfindlichen Mitbürger“, erregte sich Paulwitz im Mai in der neorechten <em>Jungen Freiheit</em>, in der er regelmäßig schreibt.</p>
<p>Auch die „Gesellschaft für freie Publizistik“ – gegründet von gewesenen SS- und NSDAP-Mitgliedern und laut Verfassungsschutzbericht „mit mehr als 500 Mitgliedern die größte rechtsextremistische Kulturvereinigung“ – führt Paulwitz als Referenten. <a href="http://www.freitag.de/kultur/1145-medientagebuch">Weiterlesen auf freitag.de &#8230;</a></p>
 <p><a href="http://www.katrinschuster.de/?flattrss_redirect&amp;id=631&amp;md5=063e9c6c912644219a7b46846ac59a88" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.katrinschuster.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Lücke, die der Teufel ließ</title>
		<link>http://www.katrinschuster.de/2011/10/31/die-lucke-die-der-teufel-lies/</link>
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		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 20:21:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>katrin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Lohnpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Medienbranche]]></category>

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		<description><![CDATA[<table cellpadding='10'><tr><td valign='top' align='left'><p>Kategorie <a href="http://www.katrinschuster.de/category/medien/" title="Alle Artikel in Medien ansehen" rel="category tag">Medien</a></p><p>Tags: <a href="http://www.katrinschuster.de/tag/journalismus/" rel="tag">Journalismus</a>, <a href="http://www.katrinschuster.de/tag/lohnpolitik/" rel="tag">Lohnpolitik</a>, <a href="http://www.katrinschuster.de/tag/medienbranche/" rel="tag">Medienbranche</a></p>Auf Spiegel Online findet sich heute, anlässlich des Flirts der CDU mit dem Mindestlohn, eine Geschichte über Minilohn-Branchen, sie heißt „Deutschland, deine Nixverdiener“. Begleitend zum Artikel gibt es ein Flash-Element, in dem die genauen Zahlen verpackt sind, das sieht so aus: Dass es im unteren rechten Eck so weiß ist, illustriert den blinden Fleck dieser [...]<table width='100%'><tr><td align=right><p><b>(<a href='http://www.katrinschuster.de/2011/10/31/die-lucke-die-der-teufel-lies/' title='Die Lücke, die der Teufel ließ'>Weiterlesen ...</a>)</b></p></td></tr></table></td><td valign='top'></td></tr></table>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf Spiegel Online findet sich heute, anlässlich des Flirts der CDU mit dem Mindestlohn, eine <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,795043,00.html" target="_blank">Geschichte über Minilohn-Branchen</a>, sie heißt „Deutschland, deine Nixverdiener“. Begleitend zum Artikel gibt es ein Flash-Element, in dem die genauen Zahlen verpackt sind, das sieht so aus:</p>
<p><a href="http://www.katrinschuster.de/wp-content/uploads/2011/10/SpOn_31102011.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-621" title="SpOn_31102011" src="http://www.katrinschuster.de/wp-content/uploads/2011/10/SpOn_31102011.jpg" alt="" width="328" height="308" /></a></p>
<p>Dass es im unteren rechten Eck so weiß ist, illustriert den blinden Fleck dieser Auflistung freilich ganz wunderbar. Denn da fehlt tatsächlich was. Was mit Medien nämlich.</p>
<p>Ich kann hier leider nur mit meinen ganz privaten Zahlen aufwarten, immerhin diese bedeuten mir allerdings, dass auch die Printmedien (ich weiß: bei Radio und TV ist´s besser) eine Minilohn-Branche sind. Da redet man freilich nicht allzu gerne drüber, weil man ja als erfolgreicher Freiberufler dastehen mag. Aber de facto hat man als freier Autor, sofern man auf Integrität bedacht ist und also nicht für die PR-Branche arbeitet, ständig Geldprobleme und kann man davon nur leben, wenn man diesen Beruf tatsächlich lebt, das heißt: Wenn man auch die Wochenenden und den Feierabend darauf verwendet. Wenn ich mir den Stundenlohn für eine Literaturkritik ausrechne, dann liege ich in manchen Fällen (1230 Seiten Kermani!) vermutlich sogar im unteren Bereich der Spiegel-Online-Beispiele.</p>
<p>Darauf, dass auch diese Geschichte einmal erzählt wird, wird man allerdings wohl noch lange warten müssen. Und so zeugt auch weiterhin nur der weiße Fleck von den Verschwiegenheiten.</p>
 <p><a href="http://www.katrinschuster.de/?flattrss_redirect&amp;id=620&amp;md5=18c7b448c37349de1924b2e05a03b097" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.katrinschuster.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Was Babys beweisen</title>
		<link>http://www.katrinschuster.de/2011/10/22/was-babys-beweisen/</link>
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		<pubDate>Sat, 22 Oct 2011 10:32:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>katrin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Diskurspolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[<table cellpadding='10'><tr><td valign='top' align='left'><p>Kategorie <a href="http://www.katrinschuster.de/category/medien/" title="Alle Artikel in Medien ansehen" rel="category tag">Medien</a></p><p>Tags: <a href="http://www.katrinschuster.de/tag/buchmarkt/" rel="tag">Buchmarkt</a>, <a href="http://www.katrinschuster.de/tag/digital/" rel="tag">Digital</a>, <a href="http://www.katrinschuster.de/tag/diskurspolitik/" rel="tag">Diskurspolitik</a></p>Aktualisiert Eine der jüngsten Säue die via FB und vor allem natürlich via Google+ (schließlich versammelt sich da die digitale Elite) durchs Dorf getrieben wurden, ist das Youtube-Video „A Magazine Is an iPad That Does Not Work“. Darin sieht man, wie ein Kleinkind mal auf einem iPad, mal auf den Seiten verschiedener Frauenzeitschriften herumtappt. Ersteres [...]<table width='100%'><tr><td align=right><p><b>(<a href='http://www.katrinschuster.de/2011/10/22/was-babys-beweisen/' title='Was Babys beweisen'>Weiterlesen ...</a>)</b></p></td></tr></table></td><td valign='top'></td></tr></table>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aktualisiert</em></p>
<p>Eine der jüngsten Säue die via FB und vor allem natürlich via Google+ (schließlich versammelt sich da die digitale Elite) durchs Dorf getrieben wurden, ist das Youtube-Video <a href="http://www.youtube.com/watch?v=aXV-yaFmQNk">„A Magazine Is an iPad That Does Not Work“</a>. Darin sieht man, wie ein Kleinkind mal auf einem iPad, mal auf den Seiten verschiedener Frauenzeitschriften herumtappt. Ersteres funktioniere, Letzteres nicht, behaupten die Zwischenüberschriften. Was natürlich kompletter Blödsinn ist: Weder wissen wir, was dem Kind besser gefällt, noch kann ich erkennen, dass die Zeitschrift „nicht funktioniert“, da das Baby ja – zumindest im Rahmen seiner beschränkten haptischen Möglichkeiten – darin herumblättert und ein Parfümprobe zu entfernen versucht. Mehr als der banale Beweis, dass das iPad ein digitales und die Zeitschrift ein analoges Medium ist, wird mithin nicht erbracht. Entsprechend schleierhaft ist mir die Freude der Community an diesem Video, das ja allererst den Infantilismus des iPads trefflich in Szene setzt und zudem demonstriert, auf welch absurden Wegen man nach Argumenten für die ‚Richtigkeit‘ des Digitalen sucht: Der Biologismus, der in der Behauptung steckt, ein iPad wäre das ‚natürlichere‘ Medium, weil es von einem Baby (angeblich) bevorzugt wird, ist nicht witzig, sondern bloß gruselig. In meinen vielen Jahren in der Gastronomie konnte ich hundertmal beobachten, dass sich kleine Kinder mehr für den leuchtenden und mit allerlei Knöpfen versehenen Zigarettenautomaten interessierten als für Papier und Malzeug; Eltern, die dem nachgegeben haben und ihrem Kind also eine Kippe statt eines Stifts in die Hand gedrückt haben, kenne ich jedoch glücklicherweise keine. Bei den Eltern des Video-Babys ist das anders: Sie freuen sich am Ende: „Steve Jobs has coded a part of her OS“.</p>
<p>Ich will nicht behaupten, dass mein Blick auf die medialen Veränderungen ohne blinde Flecken auskomme,  halte aber die der Propheten des Digitalen für größer. Nehmen wir mal die zweite Sau, die von ihrem Verfasser ebenfalls gerne durchs Dorf getrieben werden würde, was allerdings noch nicht so richtig zu klappen scheint. Bereits im Juli freuten sich viele an dem <a href="http://tinyurl.com/68apnep">„Mobile Bullshit Bingo“</a>: Gespielt wird (freilich nicht offiziell) auf New-Media-Konferenzen, weshalb die Bingo-Felder keine Zahlen, sondern angebliche „Worthülsen“ enthalten. Schon diese Version hat mich nicht sonderlich gut unterhalten, weil sich darauf eine Menge Formulierungen fanden, die ich sooo lächerlich nicht fand; etwas als hohl zu bezeichnen, nur weil es häufig auftaucht, erscheint mir merkwürdig bzw. unangenehm positivistisch. Aber gut: ist nicht meine Branche, Insider mögen darüber lachen können, bitte gerne.</p>
<p>Das <a href="http://tinyurl.com/64f43mp">Buchmarkt-Bullshit-Bingo</a> von Leander Wattig verstehe ich dann gar nicht mehr. Statt witzig zu sein (was ja absolut im Bereich des Möglichen liegt), entlarvt es – gerade in seiner hoffnungslosen Umständlichkeit – wieder nur, wie verzweifelt da nach Möglichkeiten gesucht wird, sich über die analoge Branche lustig zu machen – bloß weil sie die Verkaufszahlen im Blick hat, die ihnen nunmal sagen, dass der Anteil des E-Books bei „Nullkommairgendwas“ (so ein Verlagsvertreter auf der Buchmesse) liegt, und nunmal nicht jeder Verlag ausreichend finanzielle Mittel hat, um einen Social-Media-Redakteur zu bezahlen. Als Wattig sein Bingo auf Google+ zur Diskussion stellte, wurde es allerdings noch grotesker, weil man der Branche ein weiteres Mal unterstellen wollte, dass ihr das Haptische bzw. das Papier als solches als Argument gelte. Liebe Leute, ehrlich: Wenn ihr´s bislang nicht getan habt (was zwar kaum zu glauben ist bei Menschen, die was mit Medien machen, aber ganz offensichtlich der Fall ist, sonst wären die Texte klüger), dann führt euch wenigstens zu dessen postumen Ehren mal ein paar der Bücher von Friedrich Kittler zu Gemüte. Oder denkt mal wieder an Marshall McLuhans beinahe einzigen Überrest „The medium is the message“. Da haben die Eltern des Videobabys nämlich völlig recht: Medien kodieren unser Betriebssystem. Man sollte sich deshalb durchaus die Frage stellen (dürfen), wem wir diese Kodierung überantworten. Und: Ein E-Book ist tatsächlich etwas ganz anderes als ein Buch (was nicht schlimm oder furchtbar oder gar zu bedauern ist!), eben weil es nicht aus Papier besteht. Die moderne Literatur und mit ihr das moderne Subjekt sind Effekte des Buchdrucks – weshalb es nicht unwahrscheinlich ist, dass beide mit ihm enden (apropos: auch Foucault kann ich sehr empfehlen, das ist so&#8217;n französischer Diskurstheoretiker). Darüber wäre zu reden, denn darum geht es. Und nicht um das Papier als solches oder dessen Anfassbarkeit oder dessen Geruch. Nur kann man darüber leider nicht reden, solange sprachlose Kleinkinder zu Wortführern erhoben werden.</p>
<p>Nachtrag vom 23.10.: Ein <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/buchmarkt-die-e-book-lobby-und-ihre-forschung-11500822.html">FAZ-Artikel</a> nimmt die Nachricht unter die Lupe, dass E-Book-Lesen dem Papier-Lesen überlegen sei. Die zugrundeliegende Studie verdient nicht nur die Bezeichnung Studie nicht, sondern geht auch fraglos davon aus, dass es als positiv betrachtet werden muss, wenn das Gehirn beim Lesen möglichst wenig Aktivität zeigt. Seltsam, seltsam &#8230;</p>
 <p><a href="http://www.katrinschuster.de/?flattrss_redirect&amp;id=607&amp;md5=c18ead878c59ff686754cb1272f9ceb5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.katrinschuster.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Allergische Reaktion</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Oct 2011 23:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>katrin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienbranche]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichten]]></category>

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		<description><![CDATA[<table cellpadding='10'><tr><td valign='top' align='left'><p>Kategorie <a href="http://www.katrinschuster.de/category/medien/" title="Alle Artikel in Medien ansehen" rel="category tag">Medien</a></p><p>Tags: <a href="http://www.katrinschuster.de/tag/medienbranche/" rel="tag">Medienbranche</a>, <a href="http://www.katrinschuster.de/tag/nachrichten/" rel="tag">Nachrichten</a></p>Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber an mir bemerke ich seit geraumer Zeit eine Art Nachrichten-Allergie. Da ich vorgestern recht lange wach war, habe ich die Nachricht von Steve Jobs´ Tod noch nachts gelesen – und war damit vorgewarnt. Und tatsächlich habe ich am Morgen danach die üblichen Online-Medien, die ich meist als [...]<table width='100%'><tr><td align=right><p><b>(<a href='http://www.katrinschuster.de/2011/10/07/allergische-reaktion/' title='Allergische Reaktion'>Weiterlesen ...</a>)</b></p></td></tr></table></td><td valign='top'></td></tr></table>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber an mir bemerke ich seit geraumer Zeit eine Art Nachrichten-Allergie. Da ich vorgestern recht lange wach war, habe ich die Nachricht von Steve Jobs´ Tod noch nachts gelesen – und war damit vorgewarnt. Und tatsächlich habe ich am Morgen danach die üblichen Online-Medien, die ich meist als erste benutze – Spiegel Online, FAZ, Facebook, GooglePlus – weiträumig gemieden, ja: gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Ich wollte es einfach nicht wieder mitansehen müssen, dass alle sich jetzt wie Geier auf diesen Tod stürzen und irgendwas drüber schreiben, Hauptsache sie sind die Ersten und die Pathetischsten. Vermeiden kann man natürlich dennoch nicht, dass man sie trotzdem mitbekommt, all diese semantisch und ästhetisch auf dicke Hose machenden Schlagzeilen (wie etwa <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,790187,00.html">diese</a>).</p>
<p>Und in dem Moment, wo es dann wirklich nervt, werden ebendiese Schlagzeilen von neuen Schlagzeilen neuer Artikel ersetzt, die kaum weniger auf dicke Hose machen, indem sie sich als kritisch in Szene setzten (wie etwa <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,790325,00.html">dieser</a>). Überall dasselbe: Hätte es die erste Schlagzeile nicht gegeben, dann bräuchte es auch die zweite nicht. Ich mache dann einfach den Deutschlandfunk an, um mich zu beruhigen, dass es noch Journalisten gibt, die sich die Themen vornehmen, die auch was hergeben. Und sich nicht irgendwelche News aus den Fingern saugen, weil sie auf irgendeiner Ergebnisliste ganz oben stehen wollen &#8211; wo ich es dann trotzdem nicht anklicke, weil ich eben so allergisch bin darauf, dass überall dasselbe steht, und ich also am Ende lieber gar nichts mehr klicken, lesen, wissen will. Was ja nicht gerade die Funktion von Medien sein sollte.</p>
 <p><a href="http://www.katrinschuster.de/?flattrss_redirect&amp;id=594&amp;md5=311d1450b3dcd32102fe9d01c925e094" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.katrinschuster.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Am Originalschauplatz</title>
		<link>http://www.katrinschuster.de/2011/09/17/am-originalschauplatz-wo-immer-der-sein-mag/</link>
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		<pubDate>Sat, 17 Sep 2011 15:44:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>katrin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Herles]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturfernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Reality!]]></category>

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		<description><![CDATA[<table cellpadding='10'><tr><td valign='top' align='left'><p>Kategorie <a href="http://www.katrinschuster.de/category/medien/" title="Alle Artikel in Medien ansehen" rel="category tag">Medien</a></p><p>Tags: <a href="http://www.katrinschuster.de/tag/herles/" rel="tag">Herles</a>, <a href="http://www.katrinschuster.de/tag/literaturfernsehen/" rel="tag">Literaturfernsehen</a>, <a href="http://www.katrinschuster.de/tag/reality/" rel="tag">Reality!</a></p>Immer wieder erstaunt es mich, wie wenige Literaturkritiken tatsächlich von Literatur handeln. Fielen im Laufe des Artikel nicht irgendwo die Stichworte „Roman“ und „Autorin“ bzw. „Autor“, dann wüsste man manchmal gar nicht, ob da wirklich von einem Buch oder nicht doch von einem Film die Rede ist. Selbst in einem Seminar für Übersetzungskritik, das ich [...]<table width='100%'><tr><td align=right><p><b>(<a href='http://www.katrinschuster.de/2011/09/17/am-originalschauplatz-wo-immer-der-sein-mag/' title='Am Originalschauplatz'>Weiterlesen ...</a>)</b></p></td></tr></table></td><td valign='top'></td></tr></table>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Immer wieder erstaunt es mich, wie wenige Literaturkritiken tatsächlich von Literatur handeln. Fielen im Laufe des Artikel nicht irgendwo die Stichworte „Roman“ und „Autorin“ bzw. „Autor“, dann wüsste man manchmal gar nicht, ob da wirklich von einem Buch oder nicht doch von einem Film die Rede ist. Selbst in einem Seminar für Übersetzungskritik, das ich im vergangenen Jahr besucht habe, herrschte die fast einhellige Meinung, die sprachlichen Aspekte eines schriftlichen Werks seien nicht unbedingt das Wichtigste. Aber was denn bitte dann?! Der Inhalt? Den könnte man oft genug auch mittels Bildern erzählen. Weshalb ich die Beantwortung der Frage nach der Notwendigkeit der Buchstabenform für ein unerlässliches und auch zentrales Element einer Literaturkritik halte, ja, eigentlich für deren Grund und Ausgangspunkt.</p>
<p>Weil das jedoch nicht die leichteste Übung ist (meiner Meinung nach sogar schwieriger als die Bildbeschreibung einer Filmkritik, eben weil es in demselben Medium, der Sprache, stattfindet wie das Werk selbst), dient vielen Kritikern die Anbindung an die Wirklichkeit gleichsam als Ersatz für die Metaebene. Damit sie behaupten können, eben nicht nur den Inhalt nacherzählt zu haben. Was etwa Charlotte Roches Roman „Schoßgebete“ literarisch tut und macht, darüber sprach (meines Wissens und soweit ich die Artikel über dieses Buch noch ertragen habe) einzig Thomas Steinfeld in der SZ; alle anderen dagegen interessierten sich nur für Roches Privatleben und den Mode- und Mimikstyle ihrer Interviewerinnen, sodass ich dank all dieser Texte und Bilder darüber deutlich besser informiert bin als über den Roman, von dem all diese überflüssigen Publikationen zu sprechen vorgaben.</p>
<p>Trauriger Höhepunkt dieser Entwicklung ist die neue Literatursendung des ZDF namens „Das blaue Sofa“. Die Momente, in denen diese Sendung von Literatur handelt, sind äußerst rar, und auch dann bekommt man nur die üblichen „Lakonie“- und „feine Ironie“-Floskeln. Vorherrschend ist dagegen der Drang, die Literatur an die Wirklichkeit zurückzubinden, sie der Wirklichkeit zu versichern (mithin die fürchterlichste und tragischste Verwechslung, die der Literatur passieren kann, weil sie sie ihres Kunstcharakters beraubt). Schriftsteller werden stets am „Originalschauplatz“ (was immer das sein soll) ihres Romans interviewt – Ilija Trojanow auf dem Hintertuxer Gletscher, Sepp Bierbichler am Ufer des Starnberger Sees; und wenn Wolfgang Herles Ursula März´ Anekdotensammlung „Fast schon kriminell“ vorstellt, dann steht er vor der JVA Moabit und sagt, das Buch handle von Menschen, die „<strong>hier im Gefängnis</strong>“ landen.</p>
<p>Ferdinand von Schirachs Roman „Der Fall Collini“ wiederum wird selbstredend im Berliner Landgericht verrissen („<strong>Hier im Landgericht</strong> Berlin spielt ein Mordprozess“) – und zwar mit keineswegs literaturkritischen Kategorien. Zunächst heißt es, von Schirach habe sich „Bestsellerehren erworben, und umso größer sind nun die Erwartungen“ – was ein Marketing-, aber kein literaturkritisches Argument ist. Und dann erklärt Herles auch noch, es habe ihn am „meisten geärgert“ (seit wann ist Ärger ein Argument?), dass von Schirachs Großvater in diesem Roman „viel zu gut wegkommt“. Dass der NS-Reichsjugendführer Baldur von Schirach in diesem Buch gar nicht vorkommt, ist Herles offenbar egal, die Figur des alten Mannes wird einfach mit Baldur von Schirach gleichgesetzt, genauso wie nur wenig später Gisela Elsner und Klaus Roehler umstandslos als Eltern des Protagonisten Robert in Oskar Roehlers Buch „Herkunft“ bezeichnet werden. Dass von Schirach seinen Großvater nicht einmal gekannt hat, „kann“, so Herles „keine Entschuldigung sein für einen Schriftsteller, der sich mit dieser Zeit beschäftigt“. Soll heißen: Ab sofort besteht für Schriftsteller die Pflicht zum Autobiografischen, weil „Das blaue Sofa“ Literatur anders gar nicht erst begreifen kann.</p>
<p>Vom Fiktionalen scheint Wolfgang Herles schlichtweg keinen Begriff zu haben. Oder vielleicht interessiert es ihn auch einfach nicht. Oder das ZDF denkt, es interessiere seine Zuschauer nicht. Nur frage ich mich, wie man Menschen für Literatur begeistern und/oder über Literatur informieren möchte, wenn man über Literatur kaum ein Wort verliert und stattdessen sich immer wieder nur an eine mehr als diffuse Wirklichkeit heranmacht und unbedingt die Person hinter den Buchstaben porträtieren möchte, die – meine Erfahrung – immer ‚dümmer‘ ist als ihr eigener Text. Eine kleine Auswahl der Herlesschen Fragen:</p>
<blockquote><p>WH: Teilen Sie persönlich diese Fortschrittsfeindlichkeit ihres Helden?</p>
<p>WH: Aber Sie sind schon auf der Seite dieses Gletscherforschers?</p>
<p>WH: Wie viel Trojanow steckt darin?</p>
<p>WH: Man könnte natürlich vermuten, Sie hätten die ganze Geschichte vorverlegt, damit der Verdacht des Autobiografischen ausgeschlossen werden kann.</p>
<p>WH: Ein wichtiges Thema ist die Abkehr von Glaube und Religion. Sepp Bierbichler: Was soll ich dazu sagen? WH: Ich stelle Ihnen nur die Gretchenfrage: Wie steht´s mit Ihrem Glauben?</p>
<p>WH: Das heißt, die Fantasie und das Schreiben ersparen einem schlimmere Formen der Aggression? Bierbichler: Vielleicht. WH: Ist das bei Ihnen so? SB: Nein.</p>
<p>WH: Ist das ein Grund, warum Sie jetzt diese Sprachkraft hinschreiben: um sich selbst zu beweisen, dass Sie doch mehr können als bairisch?</p></blockquote>
<p>WTF?! Und zu guter Letzt verbraucht Herles auch noch kostbare (da teure und auf 30 begrenzte) Minuten seiner Sendezeit für die selbstreflexive Frage, warum Bierbichler partout nicht auf dem blauen Sofa Platz nehmen wollte, das deshalb leer im Hintergrund steht (aufs Bild musste es natürlich, um den Namen der Sendung zu rechtfertigen). Was Bierbichler mit seiner Talkshow-Aversion erklärt. Woraufhin Herles kontert, das hier sei garantiert keine Talkshow. Was gelogen ist: „Das blaue Sofa“ ist eine Talkshow durch und durch, mit all den üblichen Ingredienzien: groteske Angst vor der Metaebene, verkrampfte Personalisierung, verzweifelter Zwang zur totalen Präsenz. Mithin also das genaue Gegenteil von dem, was die Literatur ausmacht: Literatur spielt niemals in einem konkreten &#8220;Hier&#8221;, sondern immer nur zwischen zwei Buchdeckeln. Das Papier (oder meinetwegen auch der E-Reader) ist der einzige Originalschauplatz eines Romans.</p>
 <p><a href="http://www.katrinschuster.de/?flattrss_redirect&amp;id=548&amp;md5=8e916fe73027da0925afd3dc164a4cc6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.katrinschuster.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Unwillkommener Besuch</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jul 2011 21:10:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>katrin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Reality!]]></category>
		<category><![CDATA[Sarrazin]]></category>

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		<description><![CDATA[<table cellpadding='10'><tr><td valign='top' align='left'><p>Kategorie <a href="http://www.katrinschuster.de/category/medien/" title="Alle Artikel in Medien ansehen" rel="category tag">Medien</a></p><p>Tags: <a href="http://www.katrinschuster.de/tag/migration/" rel="tag">Migration</a>, <a href="http://www.katrinschuster.de/tag/reality/" rel="tag">Reality!</a>, <a href="http://www.katrinschuster.de/tag/sarrazin/" rel="tag">Sarrazin</a></p>Man wollte gerade nicht in der Haut der Reporterin Güner Balci stecken. Nicht nur, weil sie in der vergangenen Woche an der Seite jenes Thilo Sarrazin durch Kreuzberg spazierte, der vor einem Jahr ein Buch veröffentlichte, in dem er ausgerechnet ihrer „Rasse“ „Ethnie“ eine „lange Tradition von Inzucht und entsprechend viele Behinderungen“ nachsagte, um in [...]<table width='100%'><tr><td align=right><p><b>(<a href='http://www.katrinschuster.de/2011/07/18/unwillkommener-besuch/' title='Unwillkommener Besuch'>Weiterlesen ...</a>)</b></p></td></tr></table></td><td valign='top'></td></tr></table>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man wollte gerade nicht in der Haut der Reporterin Güner Balci stecken. Nicht nur, weil sie in der vergangenen Woche an der Seite jenes Thilo Sarrazin durch Kreuzberg spazierte, der vor einem Jahr ein Buch veröffentlichte, in dem er ausgerechnet ihrer <a href="http://www.taz.de/!62422/"><del>„Rasse“</del></a> „Ethnie“ eine „lange Tradition von Inzucht und entsprechend viele Behinderungen“ nachsagte, um in klassischer Verschwörungsrhetorik fortzufahren: „Es ist bekannt, dass der Anteil der angeborenen Behinderungen unter den türkischen und kurdischen Migranten weit überdurchschnittlich ist. Aber das Thema wird gern totgeschwiegen.“</p>
<p>Nein, ich beneide Güner Balci auch deswegen nicht, weil sie daraus nun einen Beitrag für die Kultursendung Aspekte schneiden muss, der in jedem Fall den Vorwurf bekommen wird, unausgewogen zu sein: Sieht man nur, wie Sarrazin von den Kreuzbergern als Nazi und Rassist beschimpft wird (das Video führt die Junge Freiheit freilich stolz in ihrem Youtube-Kanal), dann werden sich zurecht diejenigen beschweren, die versucht haben, mit Sarrazin ein fast normales Gespräch zu führen. Und zeigt man nur diese fast normalen Gespräche, dann wird es Beschwerden hageln, dass hier eine sog. „Deutschen-Diskriminierung“ vertuscht würde.</p>
<p>Andererseits: Der Fehler liegt im System. Wer angeblich „ein ernsthaftes, tiefergehendes Gespräch zwischen Sarrazin und den Menschen, über die er in seinen Statistiken schreibt“, anstrebt (so zitiert der Focus Güner Balci), der sollte es diesen Menschen auch möglich machen. Die Obst- und Gemüsehändler auf dem „Türkenmarkt“ hatten aber offensichtlich keine Ahnung, was da auf sie zukommt, Sarrazins Buch natürlich nicht gelesen, sondern nur die Stimmung vernommen, die es im Land erzeugte. Gerade dass Sarrazin nicht als Normalbürger, sondern mit Kamera und Reporterin auftauchte, dürfte die Erregung noch weiter geschürt haben: Die Öffentlichkeit stand unmissverständlich und von Anfang an auf seiner Seite. Oder anders gesagt: Ohne Sarrazin interessierte sich eine Kamera und eine Reporterin nun wirklich nicht für diesen Markt und dessen Händler.</p>
<p>Beinahe noch bitterer finde ich den anderen Termin, der auf der Liste stand, jenen Besuch im Restaurant Hasir, der zwar verabredet war, aber ebenfalls wegen der wütenden Menge vor der Tür scheiterte. Diese wütende Menge mag deutlich über die Stränge geschlagen haben, aber sie hat mithin besser als der Restaurant-Besitzer verstanden, dass Sarrazin und das Aspekte-Team ihn bloß als Parade-Beispiel für den brav arbeitenden und entsprechend erfolgreichen Migranten vorführen wollten. Wer sich nur ordentlich bemüht, der schafft es auch …</p>
<p>Der wohl wichtigste Grund, warum das Projekt misslingen musste, ist allerdings: Bereits durch den Versuch, „ein ernsthaftes, tiefergehendes Gespräch zwischen Sarrazin und den Menschen, über die er in seinen Statistiken schreibt“, herbeizuführen, hat Güner Balci dem Autor Sarrazin und seinen Thesen recht gegeben. Denn diese Menschen sind leider genauso erfunden, wie jene angeblich allüberall bekannten, obwohl zugleich ja total totgeschwiegenen Behinderungen unter türkischen und kurdischen Migranten. Und genau dieser Erfindung ihrer Identität galt schließlich der Protest der wütenden Menge, deshalb auch die Beschimpfung Sarrazins als „Rassist“. Ehrlich: Mir fällt für einen Mann, der Menschen auf ihr genetisches Material reduziert und Behinderte ganz selbstverständlich als minderwertig begreift, leider auch kein anderes Wort ein. Dem Protagonisten geht es freilich anders: Der tituliert sich in der Bildzeitung als „verdienter ehemaliger Senator, der sich nichts hat zuschulden kommen lassen, außer ein Buch mit unwillkommenen Zahlen und deren Analysen zu schreiben“. Na dann.</p>
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		<title>Die natürliche Ordnung</title>
		<link>http://www.katrinschuster.de/2011/07/15/die-naturliche-ordnung-der-scripted-reality/</link>
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		<pubDate>Thu, 14 Jul 2011 23:16:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>katrin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Biopolis]]></category>
		<category><![CDATA[Reality!]]></category>

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		<description><![CDATA[<table cellpadding='10'><tr><td valign='top' align='left'><p>Kategorie <a href="http://www.katrinschuster.de/category/medien/" title="Alle Artikel in Medien ansehen" rel="category tag">Medien</a></p><p>Tags: <a href="http://www.katrinschuster.de/tag/biopolis/" rel="tag">Biopolis</a>, <a href="http://www.katrinschuster.de/tag/reality/" rel="tag">Reality!</a></p>Mit dem Begriff „Lügenfernsehen“ ist der so genannten Scripted Reality meiner Meinung nach nicht beizukommen. Denn das impliziert, dass hinter der Erfindung irgendeine Wirklichkeit existierte. Tut sie aber nicht. Zumindest nicht mehr als hinter jeder Tatort-Folge oder Vorabendsoap, während der man sich manchmal ebenfalls vor der minderen Qualität der Schauspielerei gruselt. Wieso also einen Unterschied [...]<table width='100%'><tr><td align=right><p><b>(<a href='http://www.katrinschuster.de/2011/07/15/die-naturliche-ordnung-der-scripted-reality/' title='Die natürliche Ordnung'>Weiterlesen ...</a>)</b></p></td></tr></table></td><td valign='top'></td></tr></table>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit dem Begriff „Lügenfernsehen“ ist der so genannten Scripted Reality meiner Meinung nach nicht beizukommen. Denn das impliziert, dass hinter der Erfindung irgendeine Wirklichkeit existierte. Tut sie aber nicht. Zumindest nicht mehr als hinter jeder <em>Tatort</em>-Folge oder Vorabendsoap, während der man sich manchmal ebenfalls vor der minderen Qualität der Schauspielerei gruselt. Wieso also einen Unterschied machen? Vor allem da eine derartige Differenzierung blind macht für die Semantik dieser Art des Fernsehens – und gleichsam als Entschuldigung dafür dient.</p>
<p>Denn klar ist doch: Was die so genannte Scripted Reality erzählt, ist einzig und allein den Hirnen beziehungsweise den Geschlechtsteilen (was manche offensichtlich nicht unterscheiden können) ihrer Verfasser geschuldet und hat mit der Realität am besten so wenig wie möglich zu tun. Es handelt sich um pure Fiktion, die nunmal nichts über die Wirklichkeit, dafür umso mehr über die Ideologie ihrer Autoren besagt. Und da kann man dann mal sehen, wo diejenigen, die in Deutschland an der Öffentlichkeit mitschreiben und mitverdienen, so unbedingt, ja geradezu zwanghaft die Konfliktpotentiale verortet sehen möchten. Denn die Botschaften der sog. Scripted Reality sind ziemlich unmissverständlich: Die soziale Unordnung, von der sie ein jedes Mal wieder handelt, ist in den meisten Fällen entweder auf einen Menschen mit Migrationshintergrund oder auf einen vermeintlichen Fehler in der Genealogie (Adoption, Stiefvater, jüngere Frau etc.) zurück zu führen.</p>
<p>Wo die angeblich „natürliche Ordnung“ der Genealogie (deutsch und heterosexuell bis dass der Tod euch scheidet) in Gefahr ist, da ist die Scripted Reality mithin nicht weit, um diese Gefahr in ihren buntesten Farben auszumalen. Die angebliche Realität dahinter ist – man kennt es ja leider viel zu gut – nur die billige Ausrede, um diese Behauptung von der Notwendigkeit einer biologisch und ethnisch einwandfreien Fortpflanzung unters Volk zu bringen. Ich muss zugeben: Angesichts solcher Phantasmen ist mir das manchmal etwas peinliche Bemühen des <em>Tatorts</em> um Ethno-Mainstreaming in jedem Fall sympathischer. Mir ist nur unklar, warum die sog. Scripted Reality Geschichten erzählen darf, die umgehend einen Sturm der Entrüstung auslösten, wenn sie in einem <em>Tatort</em> erzählt würden. Aber das ist eben der große Irrtum der Fernsehkritik: dass Trash weniger zu sagen hat als Qualitätsfernsehen. Ich fürchte sogar, es ist genau umgekehrt.</p>
<p>P.S.: Es möchte mir bitte keiner dieser so genannten Autoren der so genannten Scripted Reality erzählen, dass irgendwer da oben solche Storys verlangt, weil irgendwer da unten sich angeblich gerne solche Storys ansieht. Dieser Versuch, sich aus der Verantwortung zu stehlen, ist ja ebenfalls nicht ganz neu.</p>
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