Noch eine Talkshow: “2 + Leif”

Februar 6th, 2009 § 0

Seit Jahr und Tag schreiben nicht wenige Journalisten gegen die TV-Talkshow an – doch die Sender wollen einfach nicht hören. So halten die einen die anderen Medien offensichtlich bei Laune, ohne einander könnte man wohl nicht mehr. Und nun ist schon wieder was passiert, diesmal beim SWR, der Blutdruck des publizistischen Teufelskreislaufs kann also weiter fröhlich ansteigen.
Ist ja auch nicht irgendeiner, der diesen Polittalk moderiert: Thomas Leif kommt nicht aus dem Vordergrund wie Illner, Will und Plasberg, sondern aus dem Hintergrund. Für den SWR war und ist Leif das große Aushängeschild (oder gar Alibi?), wenn es um politischen und/oder investigativen Journalismus geht. Ob das ihm oder seinem Sender nicht mehr genügte, muss an dieser Stelle dahingestellt bleiben, jedenfalls rückte Leif in den vergangenen Jahren öffentlichkeitswirksam in den Vordergrund. Er war einer der ersten, der eine Presenter-Reportage“ präsentierte, und brachte sich im vergangenen Jahr mit seiner Reportage „Quoten, Klicks & Kohle“ ins Gerede, in der er allzu eindeutig für die öffentlich-rechtliche Position im Disput über den Rundfunkänderungsstaats-vertrag warb. » Read the rest of this entry «

VHS – Ende des Schreckens:
Die Videokassette ist nicht mehr

Januar 8th, 2009 § 0

Als im September des eben vergangenen Jahres das IT-Portal Golem einen besonders kleinen Computer als “Notebook im Format einer VHS-Kassette” vorstellte, lautete einer der ersten Leser-Kommentare: “Was ist eine VHS-Kassette?” Und die umgehende Antwort darauf: “Das sind die Dinger, wo deine Eltern ihre Pornos drauf haben.” Deutlicher kann man kaum ausdrücken, dass wehmütige Gefühle angesichts des Verschwindens der VHS-Kassette unangebracht sind.
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Altpapier vom Freitag

Dezember 19th, 2008 § 0

Bleibt alles anders: Die Journalistenausbildung ist in Gefahr (zumindest in Berlin), ein Nachrichtenportal geriert sich als hysterisches Federvieh, die «Berliner Zeitung» spart sich eine Ausgabe und «redaktionelle Inhalte» sind manches Mal gar keine solchen.

Und dann ist da noch der Verleger eben jener «redaktionellen Inhalte», der als Belletrist in die Geschichte eingehen will:
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Altpapier vom Donnerstag

Dezember 18th, 2008 § 0

Wundersam sind die Wege zum Ruhm. Und andere kluge Sätze, die wir zum Glück nie gesagt haben.

Mensch, Jessen (Jens)! Das:

Es reicht nicht, im Netz zu schreiben oder die passenden Texte vorrätig zu halten; man muss auch entdeckt und gelesen werden.

hätten Sie uns auch mal ein paar Jahre früher verklickern können! Dann hätten wir jetzt nicht diesen Salat. Doch Sie wären nicht Sie, wenn Sie nicht noch eine kleine Geschäftsidee für uns in Ihrem Text versteckt hätten.
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Altpapier vom Freitag

Dezember 12th, 2008 § 0

ARD für Fortgeschrittene: Beliebte ARD-Serien gibt es online nicht zu sehen, beliebte ARD-Moderatoren kann man dort dagegen hören – aber dafür immer seltener in der ARD.

Sieben Seiten ist der Text lang, in dem das ARD-Jahrbuch sich Gedanken über «Ein nur noch seltenes Paar» macht: «Öffentlich-rechtlicher Rundfunk und Jugend – Strategien gegen den Generationenabriss» lautet sein Untertitel. Eine «jugend-affinere» (diese Anführungszeichen sind nicht von uns!) Gestaltung des Programms sei bereits «in Aussicht gestellt» (diese sind von uns).

Gespannt sein darf man jetzt auf das Strategiepapier, das die Intendanten der GVK im April dieses Jahres zugesagt haben. Es wäre wünschenswert, wenn es neben grundsätzlichen Aussagen bereits auch konkrete Vorschläge enthalten würde, die sich schon bald programmlich umsetzen lassen.
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Avenue der verlorenen Träume

Dezember 12th, 2008 § 0

Ein Ort, den es in der deutschen Öffentlichkeit nicht gibt: Zum Misserfolg von “Park Avenue” und “Vanity Fair”.

Dem Dezemberheft der Zeitschrift Park Avenue liegt ein Kalender im Moleskine-Stil bei, in dem die “wichtigsten Events 2009″ vermerkt sind. Wenigstens zwölf davon dürfen bereits jetzt als Makulatur gelten, denn in keinem Monat des kommenden Jahres stimmt der braun getönte Eintrag “Die neue Park Avenue im Handel” noch. Im Zuge seiner “Portfolio-Bereinigung” hat der Verlag Gruner+Jahr die Einstellung des seit Mitte 2005 monatlich erscheinenden Society-Magazins mit der Ausgabe 01/2009 verkündet. Über das Ende des Konkurrenten mit gleichem Konzept, der deutschen Vanity Fair-Ausgabe, wird ebenfalls gemunkelt, nachdem Bernd Runge – der die deutsche Version Anfang 2007 einführte – dem Verlag Condé Nast den Rücken gekehrt hat. Verleger Jonathan Newhouse dementierte zwar entschieden, schwarze Zahlen aber scheinen bei der deutschen Vanity Fair ebenfalls nicht in Sicht.
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Altpapier vom Donnerstag

Dezember 11th, 2008 § 0

Wie kommen Familien ins Fernsehen? Und dürfen auch Sterbende da hinein? Die Antworten fehlen, die letzten Worte sind noch immer nicht gesprochen.

Eine Aufgabe würden wir den Medienjournalisten dieses Landes gerne mit auf ihren bald noch einsameren Weg geben: Schreibe bitte einer einmal einen guten, schönen und wahren Text über das Verhältnis von Realität und Reality.

Da doktert Ihr doch irgendwie schon länger dran herum. Da müsste doch jetzt endlich mal was echt Bewegendes bei `rauskommen. Zum Beispiel etwas, das eine Haltung jenseits der ironischen bezieht.

Der ‘FAZ’-Fernsehblog tastet sich langsam heran und hat deshalb eine Serie zum Thema gestartet (ja, eine echte Serie und keine Klickstrecke, auch wenn sich deren Prolog in der «FAS» las wie eine; die Bildergalerie der «FAZ» ist heute nämlich Google gewidmet).

«Wie kommt die Familie in die Dokusoap?» fragt Peer Schader in der aktuellen Folge . Die Suche nach der Antwort erwies sich jedoch als nicht sonderlich ergiebig. » Read the rest of this entry «

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