Kritiken 2011: „Der unmögliche Roman“ von Zoran Živkovic

Dezember 30th, 2011 § 0 comments § permalink

Erschienen in der Berliner Zeitung

Der Mann am Schreibtisch ist ehrlich entrüstet. „Werden Sie nicht vulgär! Wir sind doch nicht im Mittelalter!“, entgegnet er seinem Gegenüber, das sich – nicht ganz zufällig, schließlich befinden wir uns im Vorzimmer der Hölle – vorsichtig nach Feuersbrünsten, Vierteilung und siedendem Öl erkundigt. Alles antiquierter Blödsinn, wie der unterweltliche Beamte erklärt, denn auch die Hölle gehe mit der Zeit, „und jede Zeit hat die Hölle, die zu ihr passt. Im Moment ist es eine Bibliothek.“ Nicht-Lesen sei zwar keine Todsünde, doch ein Zusammenhang bestehe zweifellos: Hätten die Höllenbewohner mehr gelesen, wäre ihnen weniger Zeit fürs Verbrechen geblieben. Eine Erkenntnis, die sich allein dem digitalen Zeitalter verdanke: „Es ist noch niemand in die Hölle gekommen, weil er nicht gelesen hat. Das ist auch der Grund, warum wir dieses Phänomen übersehen haben, bis zur Einführung des Computers. Als wir die Verbindung, dank ihm, erkannten, konnten wir sie uns zunutze machen. Und zwar in mehrerlei Hinsicht. Man könnte sogar sagen, dass eine echte Reform der Hölle daraus hervorgegangen ist.“ Fantastische Statistik!

Ausschnitt aus einer Illustration der mittelalterlichen Enzyklopädie Hortus Deliciarum

Oder besser: statistische Fantastik! Denn von der Verkehrung und Verdrehung von Kausalitäten und Normalitäten, von Fiktion und Wirklichkeit handelt nicht nur die Erzählung „Die Höllenbibliothek“, sondern handeln auch die übrigen fünf des Bandes „Die Bibliothek“, für den der serbische Autor Zoran Živkovic bereits im Jahr 2003 den World Fantasy Award erhielt: von einer Webseite, die in die Zukunft des Schriftstellers blickt, aber nur ein einziges Mal aufgerufen werden kann; von der Gesamtausgabe der Weltliteratur, die allererst ein logistisches Problem darstellt; von einer Bibliothek, in der man im eigenen Leben schmökern kann; von einem Buch, das jedes Mal, wenn man es öffnet, einen anderen nie geschriebenen Roman enthält; und schließlich von einem Buch, das „Die Bibliothek“ heißt, sechs Geschichten – nämlich jene fünf genannten sowie die eben stattfindende – enthält und mit den üblichen Methoden (Zerstückeln, Ertränken, vom Hochhaus Stürzen) einfach nicht tot zu kriegen ist.

Was freilich ein Glück darstellt, denn sonst wäre dieses Werk jetzt nicht endlich auch nach Deutschland gelangt. Zusammen mit vier anderen Erzählbänden des 1948 geborenen Živkovic hat der DuMont Verlag es nun nach britischem Vorbild gemeinsam in ein Buch von fast 500 Seiten gepackt und mit der Überschrift Der unmögliche Roman versehen. Wobei „Erzählbände“ nicht ganz der richtige Ausdruck ist. Denn Živkovic fädelt nicht einfach ein paar bunte Perlen seiner Produktion auf, sondern baut stattdessen regelrechte Zyklen. Keine Erzählung kann ohne die andere, stets sind alle so heillos ineinander verstrickt, dass die Realität außerhalb nurmehr als vage Vision am Rande aufscheint. „Zeitgeschenke“ zum Beispiel: vier Geschichten, von denen drei von Zeitreisen erzählen – bis die vierte dies alles und sich selbst gleich mit als Werk eines Schriftstellers, als bloße Fiktion enttarnt. Oder „Unmögliche Begegnungen“: fünf Geschichten über unmögliche Begegnungen – mit dem eigenen Ich, mit Gott oder mit einem Außerirdischen – plus eine sechste, in der eine literarische Figur an der Tür des Autors klopft, um ihm bei der Vollendung seines Buches „Unmögliche Begegnungen“ zu helfen, dem es ja noch an der sechsten Erzählung mangle.

Solche Reihen baut Živkovic in jedem Band, nur um dann doch wieder aus derselben zu tanzen, so dass in diesem Spiegelkabinett bald keiner mehr weiß, wo oben und unten, was wirklich und was erfunden ist. Vor allem der Ton dieser fortgesetzten Schilderung des gleichsam bürokratischen Umgangs mit dem Unglaublichen: Živkovic – und mit ihm seine deutschen Übersetzerinnen Margit Jugo und Astrid Philippsen – beherrscht es einfach, dem Kleinbürger wie der Malerin, dem Nerd wie dem Bibliophilen eine je eigene Stimme zu verleihen, die ihre je eigene Geschichte von Gedankenspiralen und Ordnungsobsessionen erzählt. Auch klar: Der unglaubliche Roman ist beileibe kein Roman, beschert aber allen Borges-Eco-Lem-Verdammten zweifellos den Himmel auf Erden.

Zoran Živkovic: Der unmögliche Roman. Aus dem Serbischen von Margit Jugo und Astrid Philippsen. DuMont, Köln 2011. 480 Seiten, 24,99 Euro.

Kritiken 2011: „Die Schmerzmacherin“ von Marlene Streeruwitz

Dezember 29th, 2011 § 0 comments § permalink

Erschienen in Der Freitag No. 40, 6. Oktober 2011

Keines der zahllosen Kommata, sondern ein Gedankenstrich gilt als berühmteste Interpunktion in Heinrich von Kleists Erzählung „Die Marquise von O…“. Dieser Gedankenstrich markiert die Ohnmacht der titelgebenden adeligen Dame – aus der sie als Schwangere erwacht. Statt allerdings metaphysische Gründe für die unbewusste Empfängnis ins Feld zu führen, gibt die Marquise lieber (man schreibt das Jahr 1800) eine Zeitungsannonce auf: Der Verursacher jener anderen Umstände, in die sie ohne ihr Wissen geraten sei, möge sich doch bitte bei ihr melden. So geschieht es, und happy end.

Auf nicht minder verstörende Weise zerlegt fast genau 200 Jahre später die österreichische Schriftstellerin Marlene Streeruwitz den patriarchalen Mythos. Nach einer ordentlichen bürgerlichen Kleinfamilie, wie sie Kleist ins Recht setzte, kann man in ihrem neuen Roman Die Schmerzmacherin. – der Titel gemahnt an den Beinamen „die Schmerzensreiche“ der Heiligen Mutter Maria – lange suchen. Vater Staat tritt, wenn überhaupt, nur in der Josefsrolle auf: als impotenter Haushaltsvorstand, der sich selbst entmachtet hat.
Amalie Schreiber, Streeruwitz´ Protagonistin, ist ein uneheliches Kind wie schon ihre Mutter eines war. Zwar ziert ein berühmter Künstler den Stammbaum, doch die Drogensucht der leiblichen „Betsimammi“ und das Aufwachsen bei protestantischen Pflegeeltern infizieren Amalies Lebenslauf weiterhin. „Sie war die Schmutzige. Immer war sie die Schmutzige gewesen.“ Nachdem sie ihr BWL-Studium abgebrochen hat und als Model über ein paar Laufstege getrappelt ist, wird sie von ihrer Tante, „der Marina“, die das Erbe verwaltet, zur Ausbildung bei der „Allsecura“ gedrängt. Eine international operierende private Sicherheitsfirma, moderne Partisanen, mit entsprechend perfiden „mentalen Trainingseinheiten“ – „Sie musste immer die Schwachstelle spielen“ – und Psychobürokratismen. „Es ging ja nicht darum, den Job zu machen. Es ging immer nur darum, wer, und wann, zum Verrat fähig sein könnte“: Jedes Zucken des Mundwinkels hat die vorwurfsvolle Frage zur Folge, was es da zu lachen gebe; und wenn Mentor Gregory ihren Widerstand spürt, genügt der Hinweis, „sie solle nicht vergessen, dass sie sich verpflichtet habe“.

Dass die Welt nicht gewillt ist, das Dasein dieser Frau wahrzunehmen, erfährt man gleich zu Beginn. Amalies Auto steuert gleichsam alleine zum stets nur „compound“ genannten Trainingsgelände der Allsecura; ein Raubvogel am Straßenrand ignoriert ihr Auftauchen einfach, wendet sich sogar ab. „Sie lebte gar nicht. Wahrscheinlich lebte sie gar nicht. Sie tat nur so. Sie machte das nach. Faking, dachte sie. You are faking. Es war das Autofahren, das existierte. Sie war der Schatten davon.“ So gerät auch die Zeit der In-Existenten, die von den einen Amy, von anderen Emily, dann wieder Mali genannt wird, an dem surrealen Unort irgendwo im Niemandsland der bayerisch-tschechischen Grenze, an dem die Sprache sich aus Wörtern wie „workplace security“ und „correction officer exam“ zusammensetzt, in eine merkwürdige Schleife. Das erste Kapitel des Romans heißt „Dezember“, das zweite auch, das dritte ebenfalls. Jedoch fehlt zwischen dem ersten und dem zweiten, die beide denselben Monat meinen, ein Tag, dessen Geschehnisse Amy nicht erinnern kann – aber erahnen muss, als sie einen Monat später einen Abgang erleidet. Da ist sie wieder, die Vergewaltigung, die schon Kleist als wirksamste Kriegstechnik erkannte. Statt jedoch eine Zeitungsannonce aufzugeben, nimmt Amy die Biologie beim Wort und schickt Proben der Fehlgeburt, die sie wie ein Jesuskindlein in eine Seifenschalen-Krippe bettet, ins DNS-Labor.

Wo Kleist das Gebälk knirschen lässt, indem er schier endlose syntaktische Ketten baut, da schält Marlene Streeruwitz die Sätze bis aufs Subjekt-Prädikat-Objekt-Konstrukt oder zerhackt sie in ihre Einzelteile. Lässt das Verb weg, um das bloße Vorhandensein ins Licht zu rücken, oder bricht ab, auf dass die Wortläufe sich selbst vervollständigen: „Das graue Blau aus den Tälern. Stieg auf. Der Himmel dunkelviolettblau. Der Widerschein der Sonne orangefleckig auf den Wolken. Noch lange. Während längst schon die Nacht.“ Das ist der typisch punktierte Sound dieser Autorin, mit Die Schmerzmacherin. aber scheint er wieder einmal seinen Gegenstand gefunden zu haben. In den sprachlichen Skeletten erklingt etwas Archaisches, manchmal beinahe Animalisches, das Marlene Streeruwitz stark macht gegen die vermeintlich unverrückbaren Gesellschaftsordnungen der Sprache. Oder andersherum: Nur indem Amy ihr Allsecura-Prüfungswissen gleichsam bewusstlos aufsagt, wird sie sich am Ende eben davon lossagen können. Und Väter, ja, Väter sind dann keine mehr übrig.

Marlene Streeruwitz: Die Schmerzmacherin. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2011. 399 Seiten, 19,95 Euro.

Kritiken 2011: „Ruß“ von Feridun Zaimoglu

Dezember 26th, 2011 § 0 comments § permalink

Erschienen in der Stuttgarter Zeitung vom 11.10.2011

Seit 1991 und offiziell noch bis zum Ende der nächsten Messperiode gilt Duisburg als wärmster Ort Deutschlands. Dass die Stadt diesen Platz nicht halten wird, hat wenig mit ihr selbst zu tun, nennt das Duisburger Symptom aber dennoch beim Namen: Kein Ruß schwärzt mehr die Hauswände und die Wäsche auf der Leine; die Industrie, die Eisen zum Schmelzen bringt und Kohle bei 1400 Grad in ihre Bestandteile zerlegt, ist vor allem in Ruinen gegenwärtig. Statt Asche treibt es nun die Menschen, die einst in der Hitze der Zechen, Hochöfen und Kokereien ihr Geld verdient haben, durch die Straßen. Kalt ist es geworden.

Dortmunder Zeche Zollern im Jahr 2004

Auch der Schnee und der Frost, unter denen Feridun Zamoglus neuer Roman „Ruß“ das Ruhrgebiet begräbt, meinen nicht nur den meteorologischen Winter. Durch diese eingefrorene Welt treibt Renz, der ohnehin nicht mehr viel spürt, seit seine Frau von einem Einbrecher ermordet wurde, während er ohnmächtig danebenlag. Der Duisburger Arbeitersohn, der Medizin studierte und Arzt wurde, gab danach „die Arbeit im Krankenhaus auf. Hände Arme Beine taub. Bildung hat ihn nicht zum Bürger gemacht.“ Erst sein Schwiegervater riss ihn aus Suff und Lethargie, bot ihm eine Beteiligung an seinem Kiosk an. „Bald sitzt er versuchsweise im Seltershäuschen, er kotzt nicht mehr so häufig, er kämmt sich häufiger. Blasses Gesicht, Zittern, Schnappen nach Luft. Wird aber besser. Tod aufhalten, nennt Eckart das, den Tod umdribbeln.“

Die Taubheit bleibt dennoch, das Leben ist aus den Fugen, alle Möbel hat Renz von den Wänden weggerückt, „nur in der Küche standen Herd und Spüle dort, wo sie stehen sollten. Die Überreste seiner Frau in der Urne. Papier und Stifte auf dem Tisch. Hemden und Hosen im Schrank. In diesen Räumen hielt er sich auf.“ In die Urne tunkt er täglich einen Finger, um Stellas Asche zu schmecken, Erinnerung an sein Versagen. Papier und Stift wiederum sind die Werkzeuge, mit denen er die Stammkunden der Bude – Hansgerd, Kallu, Norbert mit der Plastikhand: früher Kumpel, heute Trinker – als Heilige vorstellt. Jeden Morgen malt Renz Ikonen, die ihre Gesichter tragen. Der Säufer als Täufer.

Die Vergangenheit ist nah, die Gegenwart fern in diesem Roman. Was früher war, steht in „Ruß“ im Präsens, die vordergründige Geschichte dagegen – der Mörder seiner Frau wird aus der Haft entlassen und das Milieu fordert, dass Renz Gleiches mit Gleichem vergilt – erzählt Zaimoglu in einem frostigen Präteritum, das mit expressionistischer Härte die Welt aufzählt: „Männer, die nach Moos und billiger Zitronenseife rochen, müde Hunde an straffer Leine, junge verschweinte Kerle mit Hüftspeck in hautengen, kurzärmeligen Hemden, einen Himmel sahen sie nicht, sie müssten sich vor Verrücktheit eigentlich die Kehle aufschneiden.“ Und zwischen hinein tönt immer wieder ein anderer Text, auch typographisch unterschieden, ein Chor, der die Bergwerker zu Wort kommen lässt: „Wir träumen: Die Feuer sind nicht verloschen, die Hochöfen sind nicht ausgeblasen, die Hochofenstiche färben den Himmel rot.“

Den Ruß, um den nicht nur diese Verse trauern, entdeckt der Roman gleichen Namens erst spät und weit jenseits des Ruhrgebiets. Die Mörder-Jagd, der Renz nicht entkommt, weil er selbst ein Gejagter ist und die Anderen, die stets alle Strippen für ihn ziehen, ihn nicht aus den Augen lassen, führt am Ende nach Österreich. Noch einmal flüchtet Renz vor seiner Aufgabe, nach Berchtesgaden, zu Marja, die ihm nachgereist ist und mit der vielleicht irgendwann ein Wir möglich werden könnte. Die beiden geraten mitten ins Brauchtum, in den Buttermandllauf, einen Nikolaus-Umzug archaisch vermummter Gestalten, die ihre Opfer mit Ruß beschmieren. Eines dieser Urviecher bekommt Marja in die Fänge – und diesmal rettet Renz seine Frau. Deshalb darf auch Stellas Asche, die bestimmt auch ein wenig nach jener Asche schmeckt, die früher im Ruhrgebiet vom Himmel fiel, endlich ruhen. Und Feridun Zaimoglu hat dem Ruhrgebiet seine menschliche Temperatur wenigstens literarisch zurück gegeben.

Feridun Zaimoglu: Ruß. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2011. 267 Seiten, 18,99 Euro.

Kritiken 2011: „Dein Name“ von Navid Kermani

Dezember 23rd, 2011 § 0 comments § permalink

Wollte man über Navid Kermanis neuen Roman Dein Name schreiben, dann finge man – Sie werden schon noch verstehen warum – am besten mit den Fakten an, die ein Text wie dieser hier üblicherweise verbirgt. Etwa damit, dass die Lektüre der 1229 Seiten grob geschätzt 35 Stunden dauerte, der ehemals etwa zehn Zentimeter lange Rezensentinnen-Bleistift währenddessen auf weniger als die Hälfte heruntergespitzt wurde und sein praktisch integrierter Radiergummi nun praktisch nicht mehr vorhanden ist (was unpraktisch ist). Anzurechnen wäre außerdem die Zeit, die es benötigte, diesen Text zu schreiben, den Sie gerade zu lesen begonnen haben. Allerdings lässt sich die Zahl der Stunden noch nicht beziffern, da wir uns gerade erst dem Ende des ersten Absatzes nähern, das wir hiermit erreicht haben.

Schon klar, das interessiert Sie alles wenig, schließlich gilt Ihre ganze Aufmerksamkeit der Frage: Wie ist er denn nun, der neue Kermani? Allein, das lässt sich nicht auf einen schmissigen Begriff bringen, weil dieses Buch eine ziemlich schlaue und schier unfassbare Ungeheuerlichkeit darstellt. Dein Name handelt von einem Schriftsteller namens Navid Kermani und bezeichnet sich selbst (unter anderem) als dessen „Hauptwerk“. Und damit hat es völlig recht, denn das ist ein Roman, der vom Schreiben erzählt und übers Erzählen schreibt und die Unterschiede zwischen Wahrheit und Fiktion, Tod und Leben, Ich und Er, Christentum und Islam in sich aufhebt. Ein Roman, den es gar nicht geben dürfte, ginge es nach ihm selbst; der sich behauptet und zugleich verleugnet, der einzig um sich selbst kreist und dadurch die ganze Welt in den Blick bekommt.

Ohnehin ist Dein Name nicht ein, sondern sind das zwei Romane, die Kermani ineinander stülpt und als deren Ko-Autoren er keine Geringeren als das Sein und das Nichts engagiert hat. In dem einen, dem „Totenbuch“, schreibt ein Ich gegen den Tod an, indem es sich dessen Willkür ausliefert: Es porträtiert Menschen, die während der Arbeit an ebendiesem Buch sterben. Vor, zwischen und hinter den Nachrufen aber macht sich der Nebentext immer breiter. Versehen mit exakten Angaben über Datum und Uhrzeit (auf deren Ungenauigkeit allerdings nicht selten hingewiesen wird) wie über Zeichen- und Kilobyte-Zahlen erzählt er von den Bedingungen, unter denen der „Romanschreiber“ Navid Kermani den „Roman, den ich schreibe“, schreibt. Ein Parcours der Hindernisse, die nichts verhindern, sondern alles antreiben und ausmachen: „Fehlende Anerkennung, tiefgreifende Selbstzweifel, finanzielle Engpässe, Lohnarbeiten, die Tage von Terminen zerstückelt, die er nicht selber festlegt“, dazu der schmerzende Nerv rechts neben dem Brustwirbel und die Migräne, die wackelige Schreibtischplatte und die kaputte Waschmaschine, die redseligen Sitznachbarn in Zügen und Flugzeugen, die ältere Tochter, die hin und her kutschiert werden will, und die jüngere, die zwei Monate zu früh zur Welt kommt. Nicht zu vergessen das Büro, das wegen der anhaltenden Eheprobleme „eine Wohnung werden könnte“, dann „keine Wohnung wurde“, dann doch „wieder eine Wohnung zu werden droht“, schließlich aber doch „keine Wohnung mehr wird“, weil nicht der Romanschreiber, sondern seine Ehefrau auszieht.

Das Begehren, einen Text auf seine Entstehungswirklichkeit hin durchsichtig zu machen, fällt freilich auf ihn selbst zurück: „Am liebsten würde er auch die Tippfehler bewahren. Wenn ihm ein Absatz nicht gefällt, streicht er ihn nicht, sondern schreibt im nächsten Absatz, daß der vorige ihm nicht gefallen hat. Nichts geht verloren, alles ist wert, aufbewahrt zu werden, alles von gleichem Gewicht, das Heilige und die Waschmaschine.“ Den „Vorsatz: nichts zu tun nur wegen des Romans, den ich schreibe“, hat der Romanschreiber ebenfalls bald gefasst. Eine Festanstellung lehnt er trotzdem ab, denn „ein Beruf passt nicht in den Roman, den ich schreibe.“ Seine Scheidung jedoch wendet er nicht ab, obwohl er sie „weder auf Erden noch im Roman gebrauchen kann“ (Letzteres ist natürlich gelogen).

Familie und Freunde, lebende wie tote Schriftsteller und deren Autorschaftskonzepte, Reisen nach Kaschmir, Afghanistan, Lampedusa, Nachdenken über Deutschland und den Iran, Lektüre und Lektorat der „Selberlebensbeschreibung“ seines Großvaters und später auch der Autobiografie seiner Mutter: Kermani nimmt das Subjekt als Unterworfenes beim Wort, wenn er Identität aus den Beschreibungen seiner Gegenüber, aus den Spiegelungen im Blick der Anderen, zusammensetzt und im Verschwinden zu fassen versucht. Tourt der Romanschreiber durch die Lande, um über Integration zu sprechen, dann ist von ihm nur als „der Handlungsreisende“ oder gleich als „der Islam“ die Rede. Im Kreise seiner Brüder heißt er nur „der Jüngste“, bei der Krebsuntersuchung „die Nummer 8581“. Auch alle Anderen treten je nur in ihrer Funktionalität auf, seine Frau ist „die Frau“, ein Freund „der Musiker“, ein Kollege „der berühmte Schriftsteller“. Manche von ihnen sterben, während „Dein Name“ entsteht; ihnen begegnet man ein zweites Mal – wenn sie zu einem Kapitel des Totenbuchs geworden sind. Dann erst nennt der Autor sie bei ihrem Namen, weil sie endlich keine weltliche Rolle mehr zu spielen haben.

Nachdem Dein Name die Zeit, das Ich, den Tod, die Wirklichkeit und den Leser – „Indem er Sie ignoriert, sind Sie schon da“ – dekonstruiert hat, knöpft er sich zu guter Letzt auch noch sich selbst vor. Als ein Verleger gefunden, das Buch überarbeitet und fertig geschrieben werden will, erfährt man, was alles hinzuerfunden und verschwiegen, umdatiert, dramatisiert und umbenannt wurde. Nicht einmal der Titel „Dein Name“ stammt laut Dein Name von dem Autor, der sein Buch lieber „In Frieden“ oder „Das Leben seines Großvaters“ oder „Der Riesenknödel“ nennen wollte. Und obwohl die Wahrheit bei Kermani – so viel Metaphysiker steckt dann doch in diesem Autor – immer jenseits der Buchstaben liegt, aus denen sich die Wirklichkeit zusammensetzt, will eine Wahrheit hier noch unbedingt ausgesprochen, ja, für die Ewigkeit festgehalten werden: Wer in Zukunft die besten Schriftsteller des Landes beim Namen nennt, der wird sich hoffentlich hüten, einen gewissen Romanschreiber unerwähnt zu lassen.

Navid Kermani: Dein Name. Hanser Verlag, München 2011. 1229 Seiten, 34,90 Euro.

Über „Silbermann“ von Jacques de Lacretelle

Dezember 7th, 2011 § 0 comments § permalink

Mit Vorsicht und einem die Leser einschließenden „Wir“ nähern sich die Übersetzer Irène Kuhn und Ralf Stamm in ihrem Nachwort zu dem Roman Silbermann von Jacques de Lacretelle der Frage nach den Gründen des Antisemitismus. „Wir wären, wohl nicht nur aus Bequemlichkeit, dankbar, wenn uns jemand in kurzen Worten erklären könnte, warum die Juden 2000 Jahre lang verfolgt wurden – fast überall. Diese kurze Erklärung gibt es nicht, kann es nicht geben.“ Und doch wird das Kind beim Namen genannt, da der Hinweis auf die 2000 Jahre den Ursprung wenigstens des christlichen Antisemitismus recht genau markiert: Seit Jesus ans Kreuz genagelt wurde, wirft man den Juden mehr oder weniger ausdrücklich vor, dass sie den Messias auf dem Gewissen haben.

Jacques de Lacretelle wurde ein Jahr vor dem späteren „Führer“ der Deutschen geboren. Als er Silbermann schrieb, ahnte er wohl genauso wenig wie jeder andere, wo diese Führung enden würde. 1922 wurde der Roman in Frankreich publiziert, zwei Jahre später erstmals ins Deutsche übersetzt und dann vergessen, vor allem hierzulande – bis 2011, da der Lilienfeld Verlag ihn noch einmal in neuer Übersetzung und galanter Ausstattung präsentiert. Silbermann erzählt die Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei fünfzehnjährigen Schülern, kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Die Beziehung der beiden währt nur ein Jahr, weil der eine, David Silbermann, anschließend in die USA auswandert, da er die zahlreichen, andauernden und brutaler werdenden antisemitischen Anfeindungen seiner Mitschüler nicht mehr ertragen will. Über zehn Seiten erstreckt sich sein Abschiedsmonolog, der von den Verletzungen zeugt, die man seinem Stolz zugefügt hat. „Hör gut zu, was ich dir jetzt sage“, wirft Silbermann endlich dem Ich-Erzähler ins Gesicht: „Das Wort vom auserwählten Volk, das ist nicht etwa ein Hirngespinst aus Prophetenmund, das ist eine ethnologische Wahrheit, mit der ihr euch abfinden müsst.“

Bemerkenswerter als Lacretelles Unbedarftheit hinsichtlich der Klischees, für die man heute, nach der Shoah, selbstredend hellhöriger ist als man damals war, ist ohnehin, wie der Autor die Freundschaft der beiden Jugendlichen begründet. In den Augen des Erzählers erscheint Silbermann von Anfang an als Messias, der zwar nicht Wasser in Wein verwandelt, aber doch die Verwirklichung der Buchstaben begeht: Als Silbermann im Unterricht Verse aus Jean Racines Drama Iphigenie vorträgt, ist der Ich-Erzähler „wie von einer plötzlichen Erleuchtung getroffen … diese Worte nahmen in meinem Geist zum ersten Mal Gestalt an und wurden zu einem Bild.“ Und so beschließt dieser Junge die Apotheose des David Silbermann, beschließt er, „mich ganz seinem Glück zu widmen, um durch dieses Opfer die Angriffe des Bösgesinnten zu sühnen“. In dieser Rolle des Jüngers gefällt er sich so sehr, dass er nur zu gerne alles opfert, um seiner „Sendung“ gerecht zu werden: „Und ich, während ich so an seiner Seite schritt, in die Schande verstrickt, ich labte mich an meinem köstlichen Gefühl. ‚Ich opfere ihm alles‘, sagte ich mir, ‚die Zuneigung meiner Freunde, den Gehorsam gegenüber meinen Eltern und selbst meine Ehre.‘ Ich rief mir diese Opfer vor Augen, und ein gewaltiger Atem schwellte meine Brust“.

Vielleicht mit einer Ahnung im Herzen, jedoch ohne es zu wissen, zeichnet Lacretelle hier sehr genau, wie nahe Anti- und Philosemitismus manchmal beieinander liegen: Wenigstens die deutschen Leser dürfte die Rhetorik bekannt vorkommen, denn genau mit denselben Vokabeln von Ehre, Opfer und Gehorsam stattete das „Dritte Reich“ die eigene Ideologie aus. Womit Lacretelle auch gleich noch einen Hinweis auf die subkutanen Beziehungen zwischen Christentum und Nationalsozialismus liefert. Selbst die „Stunde Null“ scheint in dieser Erzählung bereits literarisch reflektiert: Nachdem Silbermann das Land verlassen hat, ist alles wie zuvor; die Eltern schließen den verlorenen Sohn wieder in die Arme, die Zeit mit Silbermann wird einfach verdrängt. Nicht einmal die Karikatur des früheren Freundes erregt noch den Ärger des Erzählers, statt Epiphanie herrscht wieder bloße Mimesis: „Wirklich sehr ähnlich“, lautet sein trockener Kommentar über die Zeichnung.

 

Jacques de Lacretelle: Silbermann. Aus dem Französischen und mit einem Nachwort von Irène Kuhn und Ralf Stamm. Lilienfeld Verlag, Düsseldorf 2011. Lilienfeldiana Band 10. 184 Seiten, € 19,90.

„8 ½ Millionen“ von Tom McCarthy

Dezember 20th, 2010 § 0 comments § permalink

Am Anfang des Romans „8 ½ Millionen“ des englischen Autors Tom McCarthy (Originaltitel: „Remainder“) war der Unfall. Das hat durchaus Tradition in der Moderne, davon erzählt die Literatur seit der Industrialisierung gerne. Weil ein Unfall eben ein Un-Fall ist: ein Moment, in dem sich die Umstände unglücklich verketten und der Mensch der technischen Materie zumeist hilflos ausgeliefert ist. Man sei eben zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen, heißt es dann. Oder gar: Schicksal!

Wie die meisten Opfer eines solchen Ereignisses kann sich auch McCarthys Ich-Erzähler kaum daran erinnern: „Über den Unfall kann ich wenig sagen. Fast nichts. Etwas fiel vom Himmel, damit hatte es zu tun. Technologie. Teile, Bruchstücke. Und das ist auch schon alles“. Und weil das alles ist, akzeptiert er natürlich den Vergleich, der ihm angeboten wird: Er bekommt 8,5 Millionen Pfund und hat als Gegenleistung über die Vorkommnisse zu schweigen.
Da er am Kopf verletzt wurde, muss er vieles neu lernen, neu anordnen in seinem Gehirn. Das gelingt zwar – allerdings empfindet er sich seither als „formatiert“ und „second-hand“, er hat „das Gefühl, alle meine Handlungen seien Duplikate, unnatürlich, erworben“. Nach einem Déjà-Vu auf einer Party, das ihm als das ersehnte unmittelbare Erleben erscheint, beschließt er, diese Vision en detail nachzuspielen.

Also kauft er ein Haus und installiert dort mehrere Menschen, die auf seinen Befehl hin Klavier spielen, Müll vor die Tür stellen, Leber braten, im Hinterhof ein Motorrad reparieren. Und zwar immer und immer wieder. So lange, bis er als Regisseur dieses Authentizitätstheaters endlich das Gefühl hat, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Und dieses Gefühl macht ihn süchtig: Immer mehr Situationen kommen hinzu, die nach seinen äußerst exakten Vorgaben und ohne Unterlass, teils vor Ort, teils in Kulissen, wiederholt werden, selbst dann, wenn er nicht anwesend ist. „Es war Arbeit – sehr viel Arbeit“, erklärt der Ich-Erzähler, der mittlerweile eine ganze Infrakstruktur von Angestellten mit seinen Inszenierungen beschäftigt. Geld dafür hat er ja genug.

So nüchtern, mit der Selbstverständlichkeit des unbeteiligten Beobachters dieser Roman geschrieben ist, so ausnehmend spannend, da im besten Sinne verrückt ist „8 ½ Millionen“. Denn die Nachspiele handeln bald nicht mehr nur von kleinen Missgeschicken oder von Tönen und Gerüchen vergangener Zeiten, sondern von Gewalt und Mord, von Schießereien und Banküberfällen. Die Realität rückt stetig näher, die Sehnsucht des durch den unerinnerbaren Unfall Traumatisierten nach „dem Punkt, an dem Nachspiel und Ereignis eins würden“, wächst ein ums andere Mal. Und erfüllt sich schließlich, am Ende wird alles Wirklichkeit: ein Showdown, der freilich ebenfalls ewig wiederholt werden will.

Tom McCarthy: 8 ½ Millionen. Aus dem Englischen von Astrid Sommer. Diaphanes Verlag, Berlin/Zürich 2009. 302 Seiten, 19,90 Euro.

„Endland“: Stories von Tim Etchells

Dezember 20th, 2009 § 0 comments § permalink

Die Filme von David Lynch zum Beispiel, oder die Inszenierungen von Christoph Marthaler: die versieht manch einer gerne mit dem vermeintlich schmuddelig gewordenen Etikett „Postmoderne“ oder „Dekonstruktion“, um anschließend nichts weiter darüber sagen zu müssen – als handelte es sich dabei nicht um „richtige“ Kunst, sondern „nur“ um eine abseitige Spielart, die mit dem Wesentlichen wenig zu tun habe. Allerdings ist das genaue Gegenteil der Fall: Lynch und Marthaler gehören zu denjenigen Künstlern, die sich absolut der Logik ihres Mediums anheim geben, um sie auf der Oberfläche ihrer Werke zu reflektieren, zu irritieren, zu zerstören und sich auf derbe, groteske und autoritäre Art zunutze zu machen. Intelligenter kann gute und unterhaltsame Kunst aktuell kaum sein.
Auf dieses postmoderne Gruppenfoto passte auch Tim Etchells, der Chef der Theatergruppe „Forced Entertainment“, die mit ihrem Sinn für Performativität schon länger und immer wieder für Furore sorgt. Es verwundert mithin, dass Etchells literarische Arbeiten hierzulande so lange unbeachtet blieben. Ohnehin und zum Glück hat das nun ein Ende: „Endland“ heißt der Band, der Tim Etchells´ Stories versammelt und eben im Berliner Diaphanes Verlag erschienen ist. Wenn Lynch also Film-Filme macht und Marthaler Theater-Theater, dann schreibt Etchells Literatur-Literatur: Er verhilft der Sprache zu ihrem Recht, indem er aus den Versatzstücken des Diskurses und entlang der Buchstaben eine neue Welt baut, die auf das Jenseits der Buchdeckel nur insofern Bezug nimmt, als sie sie unterminiert.
Das fängt schon mit dem Titel des Buches an, der den Ort der Handlung all der Kurzgeschichten benennt: Nur ein Buchstabe unterscheidet Endland von England, und das nicht einmal besonders deutlich. Deswegen heißt es bei Etchells auch nicht einfach „Endland“, sondern steht da immer „Endland (sic!)“, und wahrlich, es ist ein seltsamer, ein apokalyptischer Ort: Es scheint einen König zu geben, irgendwo herrscht ein Krieg, der nicht weiter beim Namen genannt wird, sich manchmal in der Ferne hörbar macht, manchmal mitten in der Story detoniert. Die Götter heißen Apollo 12, Haferbrei oder Spachtel, um Naomi Campbell zu gewinnen, nehmen sie sogar an Quizsendungen teil; die Menschen scheinen meist ziemlich kaputt, wenn sie nicht das Glück haben, in einer Pornoproduktion zu arbeiten, dann haben sie wenigstens das Pech, dass ihr Geburtstag wegdezimalisiert wird oder ihre Eltern erschossen werden. Das Überleben ist hier nicht unbedingt das Beste, das einem passieren kann.
Die einzelnen Stories sind Biografien im Schnell- oder sogar Schnellstdurchlauf, am Ende einer Aneinanderreihung kruder Fakten steht mindestens das Verschwinden in die Unsichtbarkeit, höchstens der Tod. Die mit Abstand kürzeste Geschichte in „Endland“ lautet: „Mortons größtes Problem war sein loses Mundwerk. Auch sein Bruder Kermit war ein ziemlicher Wichser. Es traf sich, dass in der Stadt*, in der sie beide in Endland (sic!) lebten, der Ausnahmezustand verhängt wurde. Die britische Armee übernahm die Kontrolle und die beiden wurden bald von einem Exekutionskommando erschossen“, am unteren Seitenrand steht noch: „*Liverpool“. „Frauentauscher“ wiederum beginnt: „Vargis war ein perverser Frauentauscher. Er tauschte seine Frauen gegen eine Menge Dinge, aber am Ende tauschte er sie einmal zu oft und der Kerl, mit dem er sie tauschte, wollte sie nicht mehr zurückgeben. Das war 1970, aber alle Jahreszahlen stimmen nur so ungefähr. Armer Vargis. Fortan war die Erde für ihn nur noch eine im All dahintreibende verkohlte und verlassene ausgebrannte Ödnis. Vargis begann Tupperware zu verkaufen. Er schnüffelte Feuerzeugflüssigkeit. Er ging mit Männern aus, die Frauenkleider trugen. Er las ‚poetische Bücher’© voll GROSSER WORTE.“
Mit Slang, juristischen Marken, Majuskeln und sogar Leerstellen durchsetzte Sätze, offensive Unsicherheiten in Verortungen und Zeitangaben, Referenz auf die uneinholbare Körperlichkeit mit reichlich Sex und Gewalt: Tim Etchells ist einer, der wie nur wenige andere verstanden hat, was Literatur ist und im besten Falle sein kann. Ein solches Spiel mit den Signifikanten muss man als Leser aushalten können – und sollte dies in jedem Fall tun, wenn man wirklich ein glücklicher Leser sein will.

Tim Etchells: Endland. Aus dem Englischen von Astrid Sommer. Diaphanes Verlag 2008, 234 Seiten, 19,90 Euro.